Politik

Folgen eines zweiten Referendums May warnt vor "irreparablen" Schäden

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Theresa May versucht, das Parlament in London von dem mit Brüssel ausgehandelten Austrittsabkommen zu überzeugen.

imago/ZUMA Press

In Großbritannien werden die Stimmen für ein zweites Referendum immer lauter. Hinter dem Rücken der Premierministerin sollen sich sogar Tories und Labour-Politiker gemeinsam für eine zweite Volksabstimmung starkmachen. Dabei warnt Theresa May bereits vor den Folgen.

Ein zweites Brexit-Referendum würde der britischen Politik nach Worten von Premierministerin Theresa May "irreparablen Schaden" zufügen. Es würde das Land zudem "weiter spalten", heißt es in vorab veröffentlichten Auszügen einer Rede, die May im britischen Parlament halten will. "Lassen Sie uns den Briten gegenüber nicht Wort brechen, indem wir versuchen, ein weiteres Referendum abzuhalten."

Eine solche zweite Volksabstimmung würde "der Integrität unserer Politik irreparablen Schaden" zufügen, heißt es in Mays Redetext. Ein zweites Referendum über einen Austritt Großbritanniens aus der EU würde das Land zudem nicht weiterbringen. Es würde vielmehr das Land "in genau dem Moment, in dem wir daran arbeiten sollten, es zu vereinen, weiter spalten".

Die Briten hatten sich 2016 in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, die Europäische Union zu verlassen. May versucht nun, das Parlament in London von einem mit Brüssel ausgehandelten Austrittsabkommen zu überzeugen. In dem Brexit-Chaos in Großbritannien werden immer wieder Forderungen nach einem neuen Referendum laut.

"Parteiübergreifende Koalition" hinter Mays Rücken

Wieder was gelernt

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Die "Sunday Times" schrieb, Vizeregierungschef David Lidington und Stabschef Gavin Barwell bereiteten hinter Mays Rücken ein zweites Referendum vor. Lidington habe am Donnerstag Labour-Abgeordnete getroffen, um eine "parteiübergreifende Koalition" für eine neue Volksabstimmung zu schmieden. Lidington dementierte dies aber.

Der Labour-Politiker Andrew Gwynne sagte der BBC, seine Partei werde versuchen, noch vor Weihnachten eine Abstimmung über Mays Brexit-Vertrag zu erzwingen, statt May bis Januar Zeit zu lassen. Ein Misstrauensvotum gegen May könnte nach seinen Worten folgen. Gwynne nannte den vorliegenden Vertrag einen "katastrophal schlechten Deal für dieses Land".

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/AFP

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