Politik

RTL/n-tv TrendbarometerMehrheit hat Mitleid mit der SPD

15.06.2019, 14:20 Uhr
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Die SPD wird derzeit kommissarisch von Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig und Malu Dreyer geführt (v.l.). (Foto: imago images / photothek)

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger würde es bedauern, wenn die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwände. Noch mehr glauben allerdings nicht, dass die SPD verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen kann.

Parallel zum wöchentlichen Trendbarometer, in dem die Sozialdemokraten nur noch auf 11 Prozent kommen, hat Forsa in dieser Woche Meinungen zur SPD abgefragt.

Ein Ergebnis: 59 Prozent würden es bedauern, wenn die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwände. 36 Prozent sagen, dies wäre ihnen egal. 5 Prozent antworten mit "weiß nicht". Im Westen ist das Bedauern über die Schwäche der SPD etwas ausgeprägter als im Osten, unter den Älteren ist das Bedauern größer als bei den Jüngeren.

"Würden Sie es bedauern, wenn die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde?"

Ja (in %)Nein (in %)Weiß nicht (in %)
Insgesamt59365
Ost53434
West60355
18- bis 29-Jährige45496
30- bis 44-Jährige42526
45- bis 59-Jährige61336
60 Jahre und älter76213
SPD-Anhänger9820
frühere SPD-Wähler67294
CDU/CSU-Anhänger66313
Grünen-Anhänger70291
Linken-Anhänger60337
FDP-Anhänger53407
AfD-Anhänger26722

Obwohl eine Mehrheit der Wahlberechtigten es bedauern würde, wenn die Schwäche der SPD anhielte, glaubt eine klare Mehrheit von fast 70 Prozent, dass die SPD auch weiterhin so schwach bleiben wird wie es sich in den letzten Wahlergebnissen und den aktuellen Umfragen andeutet. Nur eine Minderheit von 21 Prozent rechnet damit, dass die SPD in absehbarer Zeit wieder das verloren gegangene Vertrauen bei den Wählern zurückgewinnen kann. Selbst von den der SPD verbliebenen Anhängern glauben 21 Prozent, dass die Schwäche weiter anhält. Von den früheren Wählern der SPD glauben das sogar 72 Prozent.

"Kann die SPD in absehbarer Zeit wieder verloren gegangenes Vertrauen bei den Wählern zurückgewinnen?"

Ja (in %)Nein (in %)Weiß nicht (in %)
Insgesamt216910
Ost187012
West216910
SPD-Anhänger70219
Frühere SPD-Wähler177211
CDU/CSU-Anhänger21709
Grünen-Anhänger187210
Linken-Anhänger216712
FDP-Anhänger9838
AfD-Anhänger7903

Forsa fragte auch, ob Juso-Chef Kevin Kühnert als geeigneter Kandidat für den SPD-Vorsitz angesehen wird, der die SPD aus ihrem Stimmungstief herausführen könnte. Von allen Wahlberechtigten glauben das jedoch nur 23 Prozent; 56 Prozent sind der Meinung, dass Kühnert nicht dafür geeignet sei, das verloren gegangene Vertrauen für die SPD wieder zurückzugewinnen.

Auch von den Anhängern der SPD und von den früheren Wählern der SPD glaubt nur jeweils rund ein Viertel, dass Kühnert ein geeigneter SPD-Vorsitzender wäre.

"Halten Sie Kevin Kühnert für geeignet, die SPD aus ihrem Stimmungstief herauszuführen?"

Ja (in %)Nein (in %)Weiß nicht (in %)
Insgesamt235621
Ost324820
West225721
18- bis 29-Jährige283636
30- bis 44-Jährige245026
45- bis 59-Jährige225226
60 Jahre und älter186715
SPD-Anhänger246115
Frühere SPD-Wähler275320
CDU/CSU-Anhänger127414
Grünen-Anhänger334423
Linken-Anhänger433225
FDP-Anhänger156817
AfD-Anhänger166618

Den Vorschlag von Ex-SPD und Ex-Linken-Chef Oskar Lafontaine, die SPD mit der Linkspartei zu einer einzigen Partei zu vereinen, halten ebenfalls nur wenige für einen guten Vorschlag. 58 Prozent meinen, das sei kein guter Vorschlag. Dies meinen auch über 60 Prozent der Anhänger der SPD und der früheren Wähler der SPD.

"Halten Sie es für einen guten Vorschlag, die SPD mit der Linkspartei zu einer Partei zu vereinen?"

Ja (in %)Nein (in %)Weiß nicht (in %)
Insgesamt305812
Ost355114
West296011
Links*434710
Mitte*216712
Rechts*167410
SPD-Anhänger31609
Frühere SPD-Wähler276310
CDU/CSU-Anhänger16759
Grünen-Anhänger345610
Linken-Anhänger67276
FDP-Anhänger22699
AfD-Anhänger216613

*) nach Selbsteinschätzung

Die Daten wurden vom 12. bis zum 14. Juni 2019 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL erhoben. Datenbasis: 2505 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte.

Quelle: hvo

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