Politik

Forsa-Umfrage Mehrheit sieht Scholz nicht als Kanzler

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Gerade mal 8 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Olaf Scholz eine geschlossene Partei hinter sich hat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor Olaf Scholz und der SPD liegen Wochen harter Arbeit: Noch würde ihn nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten gern an der Regierungsspitze sehen. Auch frühere SPD-Wähler sind längst nicht überzeugt. Und dass die zur Schau gestellte Geschlossenheit der Partei hält, glaubt kaum jemand.

Einen Bundeskanzler Olaf Scholz möchte lediglich eine Minderheit in Deutschland. Nur jeder vierte Wähler sähe den SPD-Politiker gern an der Regierungsspitze. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL gaben dagegen 63 Prozent der Befragten an, dass ihnen ein anderer Bundeskanzler lieber wäre. Demnach wünschen sich sogar unter den früheren SPD-Wählern 60 Prozent einen anderen Nachfolger für Angela Merkel.

Damit bindet zumindest die Bekanntgabe der Personalie noch keine ehemaligen Wähler wieder an die Partei. Von den Wahlberechtigten, die derzeit nicht SPD wählen würden, kann sich mit 87 Prozent eine große Mehrheit auch mit Scholz als Kanzlerkandidat nicht vorstellen, bei der nächsten Bundestagswahl SPD zu wählen.

Dennoch halten 44 Prozent der Befragten Scholz für das Amt gut geeignet, vor allem unter SPD-Anhängern hat er einen Rückhalt von 79 Prozent. Vier von zehn Befragten gaben an, ihn für weniger oder nicht geeignet zu halten. Dabei ist der Zuspruch für Scholz, der in Potsdam wohnt und in Brandenburg seinen Wahlkreis bei der Wahl im Herbst 2021 haben wird, in den neuen Ländern geringer als im Westen.

Mit Blick auf die Lage der SPD glaubt lediglich jeder Vierte, dass der 62-Jährige verlorenes Vertrauen für die SPD zurückgewinnen kann. Sogar in der Partei trauen ihm das viele nicht zu: 43 Prozent. Nur wenig mehr, 47 Prozent, glauben an Scholz' positive Wirkung auf die Partei.

Dass der amtierende Bundesfinanzminister die Probleme in Deutschland kennt, meinen 40 Prozent der Teilnehmer. Für kompetent und glaubwürdig hält ihn jeweils nur ein Drittel. Führungsstärke verbindet mit ihm nur jeder Sechste. Zweifel haben die Wähler indes beim Thema Zusammenhalt der SPD: Gerade einmal 8 Prozent sind der Meinung, dass der Kanzlerkandidat eine geschlossene Partei hinter sich hat - wie es die SPD-Spitze verspricht.

Bei der Frage nach einem Bündnis von SPD, Grünen und Linkspartei gaben 53 Prozent an, dies "weniger gut beziehungsweise schlecht" zu finden, 43 Prozent würden ein solches Bündnis derweil begrüßen. Ein rot-rot-grünes Bündnis unterstützen am häufigsten die Anhänger der Linkspartei (86 Prozent). Von den Anhängern der Grünen beziehungsweise der SPD würden 79 beziehungsweise 77 Prozent ein solches Bündnis befürworten.

Für die Erhebung hat Forsa nach eigenen Angaben am heutigen Dienstag bundesweit 1001 Wahlberechtigte befragt.

Quelle: ntv.de, chf

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