Politik

Urteil gegen Ex-Interpol-Chef Meng zu 13 Jahren Haft in China verurteilt

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Korruptionsermittler der Kommunistischen Partei hatten Meng 2018 in Gewahrsam genommen.

(Foto: imago images/Xinhua)

Bei einem Besuch in China im September 2018 verschwindet der damalige Interpol-Chef Meng plötzlich - und wird später von der dortigen Regierung wegen Korruption angeklagt. Nun fällt ein Urteil in dem aufsehenerregenden Prozess.

Der frühere Interpol-Chef Meng Hongwei ist in China wegen Korruption zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der nordostchinesischen Stadt Tianjin verhängte neben der Gefängnisstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten eine Geldstrafe von zwei Millionen Yuan (260.000 Euro). Meng Hongweis Entsendung an Interpols Spitze galt zunächst als Erfolg Pekings. Doch dann fiel er bei der Regierung in Ungnade.

Der 66-Jährige war im September 2018 während eines Besuchs in China verschwunden. Die Art und Weise, wie der chinesische Interpol-Chef ohne vorherige Ankündigung aus dem Verkehr gezogen wurde, hatte internationale Kritik ausgelöst. Die Frau von Meng Hongwei hatte ihn bei den französischen Behörden als vermisst gemeldet, weil sie nichts mehr von ihm gehört hatte, seit er nach China gereist war.

Meng hatte bis zu seinem plötzlichen Verschwinden in Lyon gelebt, dem Sitz der internationalen Polizeibehörde in Frankreich. Später teilten die chinesischen Behörden mit, er sei der Korruption beschuldigt worden und von seinem Posten an der Spitze von Interpol zurückgetreten. Auch aus der Kommunistischen Partei wurde er ausgeschlossen.

Gelder für "extravaganten Lebensstil verschwendet"

Dem einst mächtigen chinesischen Politiker wurde vorgeworfen, "seine Position und seine Macht zum persönlichen Vorteil missbraucht", staatliche Gelder für die Finanzierung des "extravaganten Lebensstils seiner Familie verschwendet" und die Prinzipien der Partei missachtet zu haben.

Der Prozess gegen Meng begann im Juni. Nach Gerichtsangaben gestand er bei einer Anhörung, 2,1 Millionen Dollar (1,86 Millionen Euro) Bestechungsgelder angenommen zu haben. Die Vorwürfe bezogen sich auf Mengs Zeit als Leiter der Marinepolizei und als stellvertretender Minister für öffentliche Sicherheit in China.

Neben Meng Hongwei sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Funktionäre ins Visier der Anti-Korruptions-Kampagne von Präsident Xi Jinping geraten. Seit dessen Amtsantritt im November 2012 sind Dutzende hochrangige Politiker, Militärs und Manager unter Korruptionsvorwürfen festgenommen worden.

Quelle: ntv.de, swa/AFP/dpa