Politik

Kanzlerin verteidigt Maßnahmen Merkel: November wird "nationale Kraftanstrengung"

Die neuen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung schicken die Bürger in einen Teil-Lockdown. In allen Lebensbereichen gibt es Einschnitte. "Die Kurve muss wieder abflachen", betont Kanzlerin Merkel und sieht einen Kraftakt auf Deutschland zukommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Kampf gegen Corona eine "nationale Kraftanstrengung" im November angekündigt. Dazu treten in der kommenden Woche zahlreiche neue Auflagen in Kraft. Die Kanzlerin verteidigte die "harten und belastenden" Beschlüsse von Bund und Ländern. "Wir müssen handeln, und zwar jetzt", sagte Merkel. Es gehe darum, eine akute nationale Gesundheitsnotlage zu vermeiden. "Die Kurve muss wieder abflachen", sagte Merkel.

"Wir müssen harte Auflagen machen für die Beschränkung von Kontakten", sagte Merkel in Hinblick auf den "exponentiellen Anstieg" der Infektionszahlen. Die Entwicklung sei inzwischen an einem Punkt, bei dem man bei 75 Prozent der Infektionen nicht mehr wisse, woher sie kämen, sagte Merkel. Man könne also nicht mehr sagen, dass bestimmte Bereiche nicht zur Ausbreitung beitrügen. Die Bürger würden aufgefordert, auf private Reisen und tagestouristische Ausflüge zu verzichten. Zwei Wochen nach Inkrafttreten würden Bund und Länder erneut beraten.

Bund und Länder hatten sich bei dem Corona-Krisengespräch zuvor auf vorübergehende massive Beschränkungen des öffentlichen Lebens ähnlich wie im Frühjahr verständigt. Die Maßnahmen sollen ab dem kommenden Montag bis Ende November gelten. Restaurants und Kneipen sollen wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios oder Kinos.

Söder: "Bittere Pille" für die Menschen

In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten. Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel sowie Friseurläden.

Berlins Regierungschef Michael Müller sprach von einem "harten und bitteren Tag". Es gehe aber schlichtweg um die Rettung von Menschenleben. "Wenn wir jetzt zugucken, werden wir vielen Menschen nicht helfen können." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nannte die Beschlüsse eine "bitteren Pille" für die Menschen. "Es ist jetzt eine nicht einfache Zeit. Wir verordnen eine Vier-Wochen-Therapie. Wir hoffen, dass die Dosis richtig ist, dass es erfolgreich ist." Drei Viertel der Kontakte müssten runter, betonte der CSU-Vorsitzende. "Letztlich ist das das entscheidende Motto: Kontakte reduzieren, Kontakte reduzieren, Kontakte reduzieren."

Quelle: ntv.de, mba/dpa