Politik

Ex-Kanzlerin als Präsidentin?Merkel dementiert Gerücht - Merz kann wieder ruhig schlafen

12.02.2026, 09:53 Uhr
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Am Tag der Kanzlerwahl im vergangenen Jahr, am 6. Mai, kam Angela Merkel in den Bundestag. Als Friedrich Merz im ersten Wahlgang scheiterte, verließ sie den Reichstag. Beim zweiten, erfolgreichen Wahlgang war sie nicht anwesend. (Foto: picture alliance/dpa)

Ex-Kanzlerin als Bundespräsidentin? Klingt unwahrscheinlich, ist aber eine reale Sorge im Umfeld von Friedrich Merz. Doch seine ewige Rivalin Angela Merkel bestreitet jede Ambition auf das Schloss Bellevue.

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein Gerücht dementiert, das als Sorge in der CDU kursiert: Im Umfeld von Bundeskanzler Friedrich Merz gibt es die Befürchtung, die Grünen könnten Merkel als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen. Zu einem entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung zitiert der "Tagesspiegel" eine Sprecherin aus dem Büro der Altkanzlerin mit drei Wörtern: "Das ist abwegig."

Laut "Bild"-Zeitung sieht - oder sah - die Befürchtung in "Kreisen" um Merz so aus: Weil Merkel bei Grünen-Wählern noch immer sehr beliebt sei, könnten die Grünen Merkel als Kandidatin für das höchste Staatsamt vorschlagen. Merz geriete so in eine Zwickmühle: Einerseits sind beide in der CDU, da läge es nahe, eine Kandidatur der 71-Jährigen zu unterstützen.

Andererseits sind Merz und Merkel politisch verfeindet, seit sie ihn vor fast einem Vierteljahrhundert aus dem Amt des Unionsfraktionschefs verdrängte. Auch gehen viele Altlasten, die Merz heute als Bundeskanzler das Leben schwer machen, auf Versäumnisse aus Merkels 16-jähriger Amtszeit zurück. Schon damals, in der Zeit ihrer Kanzlerschaft, hat Merz sie häufig und scharf kritisiert.

Merz und Merkel treffen sich in Stuttgart

Die Befürchtung im Umfeld des Kanzlers gibt es tatsächlich. Ob es solche Pläne bei den Grünen diskutiert werden, ist unklar. Merkel jedenfalls scheint keine Ambitionen auf das Schloss Bellevue zu haben: Die klare Festlegung ihrer Sprecherin sollte die angespannten Nerven in den Merz-Kreisen beruhigen.

In der kommenden Woche wird Merkel erstmals seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft wieder an einem CDU-Parteitag teilnehmen. Eingeladen wurde sie auch früher schon, nur angenommen hatte sie solche Einladungen bislang nicht. Auf dem Parteitag in Stuttgart soll Merz als CDU-Chef im Amt bestätigt werden. Merkels Auftritt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird mit Spannung erwartet.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung will die CDU in den nächsten Wochen "einen eigenen CDU-Kandidaten für das höchste Staatsamt" vorschlagen. Die Wahl steht allerdings erst im Februar 2027 an. Erwartet wird, dass nach dem Ende der Amtszeit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Frau Staatsoberhaupt wird. Es wäre die erste Bundespräsidentin in der deutschen Geschichte.

Auch einen ehemaligen Bundeskanzler gab es in diesem Amt noch nie. Der erste deutsche Bundeskanzler, Konrad Adenauer, hatte zwar Ende der 1950er Jahre den Plan gefasst, Bundespräsident zu werden, gab das Vorhaben dann aber auf.

Quelle: ntv.de, hvo

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