Politik

Unklar, ob sie ansteckend sind Merkel lehnt Sonderrechte für Geimpfte ab

bcd41800c6274b8b67c9af468eb432e6.jpg

Am Montag gab Merkel eine Pressekonferenz zum Impfgipfel, nun erklärt sie erneut ihre Strategie.

(Foto: imago images/sepp spiegl)

Nur einen Tag nach dem Impfgipfel will Kanzlerin Merkel erneut die Strategie der Bundesregierung erklären. Dabei wirbt sie um Verständnis für den Ablauf der Impfkampagne. Trotz rückläufiger Infektionszahlen lehnt sie baldige Lockerungen ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Sonderrechte für Geimpfte abgelehnt. Solange nicht klar sei, ob Geimpfte andere Menschen anstecken könnten, sei es nicht möglich, diese anders zu behandeln, sagte die CDU-Politikerin in der ARD.

Umgekehrt sei die Frage, wie man am Ende bei einem sehr großen Impfangebot trotz der Impf-Freiwilligkeit mit Personen verfahren solle, die sich nicht impfen lassen wollten, fügt Merkel hinzu. Dann stelle sich die Frage, ob man nicht Unterschiede machen müsse nach dem Motto: "OK, wer das nicht möchte, der kann vielleicht bestimmte Dinge nicht machen."

Merkel warb zudem für Verständnis für den Ablauf der Corona-Impfungen in Deutschland. "Wir können keinen starren Impfplan machen", sagte sie. Die Hersteller hätten den Regierungschefs von Bund und Ländern bei dem Spitzengespräch zum Thema am Vortag erläutert, dass die Impfstoffe unter Hochdruck produziert würden und exakte Voraussagen über die genauen Mengen nicht lange im Voraus getroffen werden könnten. "Wir müssen das modellieren, wir müssen das dynamisch anpassen."

Bis zum Ende des Sommers solle jede und jeder ein Impfangebot erhalten, bekräftigte Merkel. Jeder solle dann zumindest die erste der zwei nötigen Impfungen bekommen können. Bisher sei im Großen und Ganzen nichts schief gelaufen bei der Impfkampagne. Wenn weitere Impfstoffe zugelassen würden, könne sich dieses Datum nach vorne verschieben. Es gebe aber auch Risiken.

Keine schnellen Lockerungen

Trotz sinkender Corona-Infektionszahlen machte Merkel den Bürgern keine Hoffnung auf eine schnelle Lockerung der Beschränkungen. Sie bitte alle Menschen, "noch eine Weile durchzuhalten", sagte sie. Zwar gebe es jetzt bundesweit eine Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. "Das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht. Aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über das Virus durch die Gesundheitsämter." Daran müsse weiter gearbeitet werden, betonte Merkel.

Lockerungen werde es aber nicht erst geben, wenn alle Bürger geimpft seien, sagte sie weiter. "Das ist nicht der Weg, den wir anstreben." Die Kanzlerin rief die Menschen dazu auf, mit der Einstellung an das Problem heranzugehen, man könne das Virus besiegen, indem man ihm nicht die Bedingungen gebe, um Menschen zu infizieren. Das bedeute, Abstand zu halten und wirklich vorsichtig zu sein. "Wenn wir das noch eine Weile durchhalten, dann wird es besser werden."

Quelle: ntv.de, mli/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.