Politik

Folgen der Diesel-Affäre Merkel und Schulz büßen an Beliebtheit ein

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Martin Schulz und Angela Merkel stehen bei der Bevölkerung nicht mehr so hoch im Kurs wie noch im Vormonat.

(Foto: imago/Emmanuele Contini)

Sechs Wochen vor der Wahl verlieren Kanzlerin Merkel und SPD-Chef Schulz laut einer Umfrage die Zuneigung vieler Wähler. Zwei Drittel der Befragten sind unzufrieden mit dem Handeln der Politik im Dieselskandal. Am Wahlausgang dürfte das aber nichts ändern.

Die Diesel-Affäre hat nicht nur am Image der Autoindustrie gekratzt. Leidtragende sind neben den Bürgern scheinbar auch die Politiker, die mit den Autokonzernen zu nachsichtig sein sollen. Besonders die Spitzenkandidaten der Parteien genießen weniger Vertrauen als noch im Vormonat. Das ergab der ARD-"Deutschlandtrend".

Im Vergleich zum Juli verlor Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich gerade im Urlaub befindet, zehn Prozentpunkte an Zustimmung - demnach zeigen sich noch 59 Prozent mit der Arbeit der Kanzlerin zufrieden. Auch SPD-Chef Martin Schulz büßt vier Prozentpunkte ein: 33 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden.

An der Spitze der Sympathie-Skala liegen Finanzminister Wolfgang Schäuble (64 Prozent, minus eins) und Außenminister Sigmar Gabriel (63 Prozent, minus drei). Auch in der Kanzlerpräferenz verliert Merkel deutlich: 52 Prozent (minus fünf) der Deutschen würden sich in einer Direktwahl für sie entscheiden, 30 Prozent (plus zwei) für Schulz.

Politik zu nachlässig mit der Autoindustrie

Laut der Umfrage geben 57 Prozent der Befragten an, das Vertrauen in die deutsche Automobilindustrie verloren zu haben. Das Handeln der Politik in dem Skandal findet noch weniger Anklang bei den Bürgern: 67 Prozent sind der Meinung, dass die Politik zu nachsichtig mit der Autoindustrie umgehe - nur sechs Prozent sagen, der Umgang mit den großen deutschen Autobauern sei zu streng.

Dabei denken die Befragten, dass vor allem die Interessen der Autoindustrie bei der Auflösung des Abgasskandals im Vordergrund stehen (63 Prozent) - und weniger der Schutz der Umwelt und die Gesundheit der Bürger (23 Prozent). Zwei Drittel sind der Ansicht, dass das Hauptaugenmerk eigentlich auf Umwelt und Gesundheit liegen sollte.

Infratest dimap interviewte 1505 Wahlberechtigte vom 4. bis 8. August. Für die anderen Fragen wurden 1005 Personen am 7. und 8. August befragt.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/rts

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