Politik

"Müssen aufpassen" Merz: Viele Deutsche an Leben ohne Arbeit gewöhnt

"Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", sagte Merz.

(Foto: imago images/Reichwein)

Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiter im Griff. Mit Kurzarbeit wird versucht, Arbeitsplätze trotz Einbußen zu sichern. CDU-Politiker Friedrich Merz äußert nun die Sorge, dass sich zu viele Deutsche an einen Alltag ganz ohne Tätigkeit gewöhnen könnten. Eine Berufsgruppe hat er besonders im Visier.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz ist besorgt darüber, dass sich wegen der Corona-Krise zu viele Deutsche an ein "Leben ohne Arbeit" gewöhnen könnten. "Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", sagte Merz, der auf dem Parteitag im Dezember für den CDU-Vorsitz kandidieren will, der "Bild"-Zeitung. "Wir müssen zurück an die Arbeit."

Besonders kritisch bewertete Merz die Situation an den Schulen: "Es bleiben einfach zu viele Lehrer zu Hause." Er befürworte den Kurs der schleswig-holsteinischen CDU-Bildungsministerin Karin Prien, die sich sehr rigoros dafür einsetze, dass die Lehrer, die nicht ernsthaft erkrankt sind, in die Schule kommen müssten. "Wir brauchen das System Schule - das muss funktionieren, auch in Corona-Zeiten", sagte Merz.

Der frühere Unionsfraktionschef kritisierte zudem die von der CDU-geführten Bundesregierung beschlossene Verlängerung des Kurzarbeitergelds. Er befürchte, dass die Regelung Mitarbeiter auf Arbeitsplätzen halte, wo sie eigentlich nicht mehr gebraucht würden.

SPD-Bundesarbeitsminister Heil reagierte mit scharfer Kritik auf Merz' Äußerungen: "Dieser Mann hat entweder ökonomisch keine Ahnung oder ist sozial zynisch - oder beides", schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. "Mit Kurzarbeit sichern wir Millionen von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise und stabilisieren die gesamtwirtschaftliche Nachfrage."

Quelle: ntv.de, ysc/AFP