Politik

Bisher drei offizielle Bewerber Merz hält sich auch nach AKK-Treffen bedeckt

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CDU-Chefin Kramp-Karrenspricht spricht in dieser Woche mit mehreren potentiellen Anwärtern für ihre Nachfolge.

(Foto: dpa)

Drei Kandidaten haben ihren Hut offiziell um den CDU-Parteivorsitz in den Ring geworfen: Norbert Röttgen und zwei weitere CDU-Politiker, deren Namen noch nicht bekannt sind. Als Anwärter gilt auch Friedrich Merz. Doch auch nach einem Gespräch mit Annegret Kramp-Karrenbauer gibt er nur wenig preis.

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat sich positiv über seine Unterredung mit CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer über die anstehenden Personalentscheidungen zu Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur geäußert. "Es war ein sehr gutes Gespräch", teilte Merz im Anschluss an das mehr als einstündige Treffen in der CDU-Zentrale in Berlin mit. Sein Sprecher betonte, Merz stimme sich nun weiter mit allen Beteiligten ab und werde sich zu gegebener Zeit äußern. Über Inhalte des Gesprächs zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz war zwischen beiden Vertraulichkeit vereinbart worden.

Aus dem Umfeld von Merz hatte es vergangene Woche geheißen, dieser sei zu einer Kandidatur für den Parteivorsitz entschlossen. Eine offizielle Bewerbung ist aber bisher nicht bekannt. Im Rennen um den CDU-Vorsitz sind bisher drei Bewerber. Neben dem Außenpolitiker Norbert Röttgen haben sich zwei weitere CDU-Mitglieder schriftlich beworben, wie ntv aus CDU-Kreisen erfuhr. Ihre Namen bleiben aber vertraulich, solange sie sich nicht selbst äußern.

Bestimmung eines neuen Vorsitzenden

Kramp-Karrenbauer werde mit Röttgen in den nächsten Tagen unter vier Augen sprechen, hieß es aus der CDU. Zudem will sie demnach am Mittwoch mit den beiden weiteren möglichen Interessenten für das Vorsitzendenamt, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn, zu getrennten Gesprächen zusammenkommen.

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Am kommenden Montag werde Kramp-Karrenbauer dann sowohl das Präsidium als auch den Vorstand der CDU über den aktuellen Stand informieren, hieß es weiter. Ob dann bereits über ein konkretes Verfahren zur Bestimmung eines neuen Vorsitzenden gesprochen werde, sei noch nicht sicher. Die Parteivorsitzende werde das Verfahren weiter von vorne führen und zu gegebener Zeit konkrete Schritte einleiten, die am Ende in einen Parteitag münden sollen mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden.

Wer sich als Kandidat beziehungsweise Kandidatin für den Parteivorsitz aufstellen lassen will, muss im Vorfeld von einem Kreisverband (oder Bezirksverband, Landesverband oder CDU-Vereinigungen) nominiert werden oder kann beim Parteitag von mindestens einem stimmberechtigten Delegierten vorgeschlagen werden.

Schaulaufen der ersten Kandidaten

Derweil reagierte Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann mit Unverständnis auf das Schaulaufen der ersten Kandidaten für den Parteivorsitz. Der CDU sei "mit Bewerbungen im Wochentakt nicht geholfen", sagte Althusmann. "Wir haben gewählte Gremien, die einen realistischen Zeitplan, das Verfahren und einen Personalvorschlag zügig erarbeiten, damit wir uns endlich wieder auf politische Sachfragen konzentrieren können."

Er empfehle allen potenziellen Bewerbern, "Besonnenheit und das große Ganze der Union nicht aus dem Auge zu verlieren", sagte Althusmann. Zudem thematisierte er, dass vier mögliche Anwärter aus Nordrhein-Westfalen sind. Angesichts dessen erinnerte daran, dass die CDU aus 15 Landesverbänden bestehe, von denen der niedersächsische der drittgrößte sei.

Quelle: ntv.de, hul/dpa