Neuer Posten für Hoppermann Merz will sie als CDU-Generalsekretärin

Stühlerücken bei der Union: Warken zieht ins Kanzleramt, Linnemann rückt als Gesundheitsminister nach. Doch damit ist das wichtige Amt des CDU-Generalsekretärs frei. Die Chance für eine bislang eher unbekannte Politikerin von den hinteren Parteireihen ganz nach vorne zu kommen.
In der CDU ist Franziska Hoppermann keine Unbekannte, in der breiteren Öffentlichkeit schon. Doch das wird sich wohl bald ändern. Denn wenn die 44-Jährige - wie von Parteichef und Kanzler Friedrich Merz offenbar geplant - neue Generalsekretärin ihrer Partei wird, dann wird sie zwangsläufig mehr im Licht der Öffentlichkeit stehen. Als Bundesschatzmeisterin arbeitete sie dagegen bislang im Hintergrund, war damit aber zugleich Mitglied des CDU-Präsidiums.
Die Diplomkauffrau sitzt seit 2021 für den Wahlkreis Hamburg-Wandsbek im Bundestag. Sie gehört dem Haushaltsausschuss und dem Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung an. Außerdem leitet sie die Enquete-Kommission Corona, die helfen soll, Deutschland besser auf mögliche künftige Pandemien vorzubereiten.
Politik war immer Bestandteil ihres Familienlebens
"Schon als Kind habe ich meinen Großvater bewundert, der lange Jahre Bundestagsabgeordneter gewesen war", schreibt Hoppermann auf ihrer Internetseite. Politik sei immer ein großer, alltäglicher Bestandteil ihres Familienlebens gewesen. "Mir war früh klar, dass ich mich einbringen, mein Umfeld und das gesellschaftliche Miteinander mitgestalten will."
Hoppermann trat 1998 in die Junge Union und ein Jahr später in die CDU ein. Seit 2022 gehörte sie dem Bundesvorstand der CDU an. Als Julia Klöckner nach der Bundestagswahl im Februar 2025 das Amt als Bundesschatzmeisterin der CDU aufgab, weil sie Bundestagspräsidentin wurde, war Hoppermann die Wunschkandidatin von Merz für die Nachfolge. In ihrer Heimatstadt Hamburg ist sie Vorsitzende der Frauen Union. Von 2004 bis zum Einzug in den Bundestag 2021 machte sie Kommunalpolitik in der Bezirksversammlung Wandsbek.
Musikalisches Talent
Das Vorschlagsrecht für den Generalsekretärsposten hat in allen Parteien der Parteivorsitzende. Indem seine Wahl auf Hoppermann fiel, stärkt Merz die Frauen in der CDU, die dort sonst unter den Mitgliedern und in den Führungsgremien unterrepräsentiert sind.
Hoppermanns zweite große Leidenschaft nach der Politik ist die klassische Musik, wie sie im Internet schreibt. Schon mit vier Jahren begann die Mutter eines erwachsenen Sohnes demnach Klavier zu spielen, später kam das Cello hinzu. Sie nahm einige Jahre Gesangsunterricht und singt heute als Solistin, in kleineren Vokalensembles und größeren Kammerchören Gottesdienste und Konzerte. Mit der Doppelbelastung als Bundestagsabgeordnete und CDU-Generalsekretärin dürfte die Zeit dafür knapper werden.