Politik

Einzelne Gespräche liefen schon Meuthen: AfD und Union werden koalieren

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Der rechtsnationale "Flügel" der AfD sei, so Meuthen, eine ganz normale Parteiströmung.

(Foto: imago images / Christian Mang)

Während in der AfD ein Richtungsstreit tobt, erklärt AfD-Chef Meuthen, dass er erneut als Parteivorsitzender kandidieren wird. Außerdem ist er überzeugt: Mittelfristig werden AfD und Union koalieren - zumindest auf Landesebene. Gespräche zwischen einzelnen Politikern habe es bereits gegeben.

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen rechnet mittelfristig fest mit Koalitionen von Union und AfD. "Ich bin sicher: Mit Union und AfD wird es laufen wie mit SPD und Grünen vor 30 Jahren", sagte Meuthen den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Es sollte mich wundern, wenn es 2025 zumindest auf Landesebene noch keine Koalition von CDU und AfD gibt." Gespräche zwischen einzelnen Politikern liefen "ja jetzt schon", fügte er hinzu. Namen wollte er allerdings nicht nennen.

"Wenn wir die Dinge substanziell ändern wollen, werden wir eine pragmatische Politik gemeinsam mit anderen machen müssen", sagte Meuthen. Er fügte hinzu: "Die AfD ist in der Lage, eine Landesregierung zu führen und einen Ministerpräsidenten zu stellen."

Nach den bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen werde die AfD aber wohl noch keinen Koalitionspartner finden. "In einzelnen Kommunen gibt es eine informelle Zusammenarbeit von CDU und AfD. Auf der Landes- oder Bundesebene erkenne ich bisher aber keine Annäherung", sagte Meuthen. "Die Zeit ist dafür noch nicht reif."

Der 58-Jährige kündigte zudem an, sich beim AfD-Parteitag Ende des Jahres erneut als Vorsitzender zur Wahl zu stellen. "Ich weiß, dass ich sehr viel Rückhalt in der Partei habe", sagte Meuthen. "Wenn die Unterstützung so bleibt, wie sie ist, kann und will ich mich einer weiteren Kandidatur um den Parteivorsitz nicht verwehren."

Meuthen: "Flügel" eine ganz normale Strömung

Den rechtsnationalen "Flügel" seiner Partei rief er zu einer klaren Distanzierung von extremistischen Tendenzen auf. Vom "Flügel" verlangte er, "sich absolut trennscharf von jedem Extremismus abzugrenzen". Dies sei "zwingend". Meuthen betonte: "Wir wollen eine Volkspartei sein. Dafür dürfen wir aber nicht jeden Unfug dulden."

In der AfD tobt ein Richtungsstreit zwischen dem gemäßigten Lager und der Rechtsaußen-Gruppe "Flügel" um den thüringischen Landeschef Björn Höcke. Dieser hatte kürzlich die Bundesspitze scharf attackiert. Nach den Landtagswahlen im Osten werde er sich "mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben", kündigte er an. Höcke fügte hinzu: "Und ich kann euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird."

Meuthen bekräftigte, dass er die Kritik an Höcke teile. Aber: "Ich glaube, er hat den Schuss gehört. Er hat in dieser Woche ja klar gesagt, dass er - von moderater Kritik in Einzelfällen abgesehen - voll hinter dem gewählten Bundesvorstand steht." Der "Flügel" sei eine ganz normale Parteiströmung, "dezidiert nationalkonservativ, aber auf dem Boden der Verfassung".

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Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/dpa

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