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Nach Massakern im Sudan Militärrat will wieder verhandeln

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Generalleutnant Abdel-Fattah Burhan ist Anführer des militärischen Übergangsrates im Sudan. Er verspricht bei einer Fernsehansprache Neuwahlen binnen sieben Monaten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Massakern an Demonstranten in Khartum droht im Sudan ein Bürgerkrieg. Doch die Militärführung geht nun wieder auf die Zivilisten zu und will neue Gespräche führen. In sieben Monaten sollen Neuwahlen stattfinden.

Die Militärführung im Sudan ist nach internationalem Druck nun doch bereit, ihre Gespräche mit der Opposition fortzusetzen. Zuvor hatten die Militärs alle Verhandlungen über eine zivile Übergangsregierung aufgekündigt und alle Zugeständnisse zurückgenommen. Nun beteuerte der Sprecher des Militärrats, Abdel Fattah Burhan, der militärische Übergangsrat sei ohne Vorbedingungen zu Verhandlungen mit anderen Gruppen bereit. Man tue dies im Interesse des Landes und wolle vermeiden, dass der Sudan im Chaos versinke.

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Milizen in Khartum machten Jagd auf Zivilisten: 60 Tote soll es gegeben haben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der Toten nach der gewaltsamen Unterdrückung von Demonstrationen ist nach Angaben eines Ärzteverbandes auf mindestens 60 gestiegen. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Man sehe nicht, wie man zu Verhandlungen mit dem militärischen Übergangsrat zurückkehren könne, sagte ein Vertreter des Oppositionsbündnisses Deklaration für Freiheit und Wandel, das mit dem Rat verhandelt hatte. Allerdings nahm in den vergangenen Tagen der internationale Druck auf beide Seiten zu, an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Saudi-Arabien beispielsweise verlangte einen konstruktiven Dialog, weil davon die Sicherheit und Stabilität des Landes sowie der Schutz der Bevölkerung abhingen, teilte das Königreich laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA mit. Die Regionalmacht Saudi-Arabien will vor allem die Verfechter eines konservativen Islams im Sudan stärken und verhindern, dass sich das Land mit Rivalen wie Katar oder der Türkei verbrüdert. Zudem kämpfen Tausende sudanesische Soldaten im Jemen an der Seite Saudi-Arabiens.

Sudanesische Sicherheitskräfte hatten am Montag gewaltsam eine Sitzblockade in der Hauptstadt Khartum aufgelöst. Die Militärführung widerrief alle Vereinbarungen mit der zivilen Opposition für eine friedliche Machtübergabe, beendete die Verhandlungen und kündigte Wahlen innerhalb von sieben Monaten an. Nach den gewaltsamen Massakern von Milizen an den Demonstranten hatten die Vereinten Nationen vor einem Bürgerkrieg im Sudan gewarnt. 

Darfur-Milizen wegen der Massaker im Verdacht

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Nach Massenprotesten in Haft: Sudans früherer Machthaber Al-Baschir.

(Foto: REUTERS)

Für die Unterdrückung der Proteste machen viele nicht direkt das sudanesische Militär, sondern die berüchtigten Schnellen Einsatztruppen (RSF) verantwortlich. Die RSF sind offiziell eine Einheit der Streitkräfte. Diese hat aber einen großen Grad an Autonomie. Die RSF bestehen zum Großteil aus der Dschandschawid - einer arabischen Miliz, die während des 2003 ausgebrochenen Darfur-Konflikts die Regierungstruppen unterstützte und brutal gegen die Bevölkerung in der westlichen Region vorging. Damals starben rund 300.000 Menschen.

Die RSF werden von Mohammed Hamdan Daglu - genannt Hemeti - geleitet, der inzwischen zweiter Mann im militärischen Übergangsrat ist. Experten zufolge hat Hemeti zunehmend mehr Macht, doch nicht alle in der Militärführung sind damit einverstanden. Der militärische Übergangsrat und besonders Hemeti werden laut Sudan-Experten von Regionalmächten wie Saudi-Arabien, den Vereinten Arabischen Emiraten (VAE) und Ägypten unterstützt. Diese wollen ihren Einfluss nutzen, um unter anderem zu verhindern, dass sich die Protestbewegung im Sudan in andere Länder der arabischen Welt ausbreitet.

Dauermachthaber Omar al-Baschir war im April nach drei Jahrzehnten an der Macht von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen.  Der Sudan mit 41 Millionen Einwohnern gehört zu den 25 ärmsten Ländern der Welt und steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, was der größte Auslöser der Massenproteste war.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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