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München im Ausnahmezustand Mindestens neun Tote bei Schießerei

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München befindet sich noch immer im Ausnahmezustand.

dpa

Bei einer Schießerei im Olympiaeinkaufszentrum in München kommen nach Polizeiangaben mindestens neun Menschen ums Leben. Es gibt mindestens zehn Verletzte. Laut Bundespolizei befindet sich unter den Toten möglicherweise auch einer der Täter. Das werde jetzt intensiv geprüft. Dennoch befinden sich mindestens zwei Täter auf der Flucht. "Wir haben einen Terrorverdacht", heißt es. Die Bevölkerung wird aufgerufen, in den Wohnungen zu bleiben.

Bei einer Schießerei in einem Einkaufszentrum in München sind nach Polizeiangaben mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Zudem gab es mehrere Verletzte, darunter einige Schwerverletzte. Nach Polizeiangaben ist womöglich unter den Toten einer der Attentäter. Damit sind noch mindestens zwei Täter auf der Flucht. Die Polizei sprach in einer offiziellen Mitteilung weiter von einer "akuten Terrorlage" in München. "Wir haben einen Terrorverdacht", sagte ein Polizeisprecher.

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Die Polizei geht bislang von bis zu drei Tätern aus, die mit "Langwaffen" auf der Flucht sind. Nähere Angaben zu den Gesuchten wurden nicht gemacht. Nach ihnen wird im gesamten Stadtgebiet gefahndet. Weitere Tatorte neben dem Olympiaeinkaufszentrum in der Nähe des Olympiastadions bestätigte die Polizei nicht. Zuvor war es zu Panik am Stachus in der Innenstadt gekommen, was diese ausgelöst hatte, war nicht klar.

Die Landeshauptstadt rief den "Sonderfall" wegen einer "Amoklage" aus. Die Bürger wurden über das Smartphone-Warnsystem Katwarn aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Die Polizei sprach von einem "Terrorverdacht". Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann setzten ein Krisentreffen in der Staatskanzlei an. Dies teilte eine Regierungssprecherin mit. Die Stadt München setzte einen Krisenstab ein.

Hauptbahnhof geräumt

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Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit allen verfügbaren Einsatzkräften mit Unterstützung von Spezialeinheiten, der Bundespolizei und benachbarten Präsidien im Einsatz. Auch die Eliteeinheit GSG9 der Bundespolizei wurde nach München beordert.

Auch in der Münchner Innenstadt gab es einen Großeinsatz der Polizei. Der Hauptbahnhof wurde evakuiert. Danach gab es Unruhe und Panik. Menschen flüchteten über Bahngleise, berichteten Augenzeugen. Die Räumung erfolgte wegen einem Polizeieinsatz, teilte die Deutsche Bahn mit. "Der Zugverkehr wurde komplett eingestellt." Die Züge aus allen Richtungen würden vorzeitig an Bahnhöfen im Umland gestoppt.

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In der Stadt wurde Amokalarm ausgelöst. Die Münchner Polizei ruft die Bevölkerung dazu auf, in den Wohnungen zu bleiben und sich von öffentlichen Plätzen fernzuhalten. Zahlreiche Straßen wurden abgeriegelt, die Polizei bat Autofahrer, die Autobahn zu verlassen. Die Münchener Verkehrsgesellschaft stellte den Betrieb auf Anweisung der Polizei komplett ein. Auf Twitter boten Nutzer mit dem Hashtag #offenetür eine Unterkunft für Menschen an, die derzeit nicht nach Hause können.

Kliniken rufen Alarm aus

Ärzte und Schwestern wurden in die Münchner Krankenhäuser gerufen. "Es wurde der Alarm Massenanfall Verletzte ausgelöst", sagte der Sprecher des Universitäts-Klinikums Großhadern, Philipp Kressirer. Das sei vor allem zur Vorsorge geschehen.

Laut Polizei meldeten sich gegen 17.50 am Abend Zeugen bei der Polizei und meldeten eine Schießerei im Bereich der Hanauer Straße, die sich dann weiter in die Riesstraße und in das Olympia Einkaufszentrum verlagerte.

Erst am Montagabend hatte ein 17-jähriger Flüchtling mit einer Axt und einem Messer vier Touristen aus Hongkong in einem Regionalzug bei Würzburg schwer verletzt. Auf seiner Flucht aus dem Zug griff er zudem eine Spaziergängerin an. Einsatzkräfte erschossen den Jugendlichen. Offenbar hatte die Tat einen islamistischen Hintergrund.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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