Politik
Fluggesellschaften überbuchen ihre Maschinen routinemäßig.
Fluggesellschaften überbuchen ihre Maschinen routinemäßig.(Foto: imago/Frank Sorge)
Donnerstag, 14. Juni 2018

Mehr Schutz für Reisende: Minister beraten Verbot überbuchter Flüge

Ein gültiges Flugticket garantiert noch lange keinen Sitz im Flieger - Airlines überbuchen ihre Maschinen routinemäßig. Ein Verbot dieser Praxis soll am Freitag auf der Verbraucherschutzministerkonferenz diskutiert werden.

Reisende sollen künftig besser vor gezielten Überbuchungen von Flugzeugen geschützt werden. Einen entsprechenden Antrag wolle Mecklenburg-Vorpommern auf der Verbraucherschutzministerkonferenz einreichen, die bis Freitag in Saarbrücken tagt, kündigte Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Justizministerin Katy Hoffmeister an. Sie fordert ein Verbot dieser Praxis und eine entsprechende Änderung der Fluggastrechte-Verordnung.

Die Minister der Länder diskutieren am Freitag verschiedene Themen zum Schutz von Verbrauchern. Neben den Überbuchungen gehören dazu auch zum Beispiel ein Verbot von an Kinder gerichteter Werbung für ungesunde Lebensmittel oder die Rechte von Bahnreisenden, die verschiedene Bahnunternehmen bei einer Fahrt nutzen. Absichtlich überbuchte Maschinen sind laut Hoffmeister der häufigste Grund, aus dem Passagiere nicht mitgenommen werden.

Die Fluggesellschaften wollten so ihr wirtschaftliches Risiko minimieren, da es vorkommt, dass Reisende ihren gebuchten Flug nicht antreten. Sie stelle sich in diesen Fällen die Frage, welchen Wert der Grundsatz der Vertragstreue eigentlich habe, sagte Hoffmeister. Die Fluggesellschaften ließen sich das Recht zur Nichtbeförderung im Falle der Überbuchung regelmäßig in ihren Beförderungsverträgen einräumen. "Diese akzeptiert der Fluggast bei der Buchung."

Diese Praxis sei, laut Hoffmeister, nicht im Sinne der Verbraucher. Es solle als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, wenn Fluggäste wegen gezielter Überbuchung nicht mitgenommen werden, sagte die Ministerin. Bislang versuchen die Fluggesellschaften, einzelne Passagiere mit Geldzahlungen und Gutscheinen zum Verzicht auf den Transport zu bewegen. Wer gegen seinen Willen nicht mitkommt, hat Anspruch auf Entschädigungen.

Quelle: n-tv.de