Politik

Mehr als 50 Frauen betroffen Missbrauchsvorwürfe gegen WHO-Mitarbeiter

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Hilfsorganisationen nehmen ihre Mitarbeiter ins Visier.

(Foto: imago images/Steinach)

Viele Frauen geben an, im Kongo von internationalen Helfern sexuell ausgebeutet oder missbraucht worden zu sein. Die Hilfsorganisationen haben Ermittlungen durch eine Untersuchungskommission eingeleitet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lässt die Missbrauchsvorwürfe von mehr als 50 Frauen gegen internationale Helfer während der Ebola-Krise in Afrika untersuchen. Die frühere Außenministerin von Niger, Aichatou Mindaoudou, und die Menschenrechtsaktivistin Julienne Lusenge aus dem Kongo wurden am Donnerstag als Leiterinnen einer Untersuchungskommission bestellt, wie die WHO in Genf mitteilte.

Zahlreiche Frauen in den Provinzen Nordkivu und Ituri im Kongo hatten berichtet, sie seien von Mitarbeitern internationaler Organisationen, darunter auch der WHO, sexuell missbraucht worden. So hätten Mitarbeiter unter anderem Jobs nur vergeben, wenn die Frauen sich zu Sex bereit erklärten. Die Kommission soll die Fakten prüfen, Hilfen für Betroffene bereitstellen und dafür sorgen, dass Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Nachrichtenseite "The New Humanitarian" hatte zusammen mit der Thomson Reuters Foundation berichtet, 51 Frauen hätten ähnliche Vorwürfe erhoben. Auch die Hilfsorganisationen World Vision, Médecins Sans Frontières sowie die UN-Kinderhilfsorganisation Unicef haben Überprüfungen angekündigt.

In der Region im Kongo waren zwischen 2018 und 2020 rund 2.300 Menschen an Ebola gestorben. Der Ausbruch wurde im Juni 2020 für beendet erklärt.

Quelle: ntv.de, dhe/dpa