Politik

Nur 30 Beatmungsgeräte besorgt Moderatorin führt britische Regierung vor

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Den medizinischen Kräften in Großbritannien stehen nur wenige Intensivbetten und Beatmungsgeräte zur Verfügung.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Wir haben nachgehakt, aber es scheint wirklich 30 zu heißen." Die BBC-Moderatorin kann nicht so recht fassen, was sie da in den Nachrichten verkündet. Trotz vollmundiger Ankündigungen ist es der britischen Regierung noch nicht gelungen, Nachschub für Beatmungsgeräte zu besorgen.

In Großbritannien wächst die Frustration über die Diskrepanz zwischen den Ankündigungen der Regierung im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und die tatsächlichen Fortschritte. Einer BBC-Nachrichtensprecherin stand die Verwunderung in dieser Woche ins Gesicht geschrieben, als sie eine Mitteilung der Regierung zur Beschaffung von Beatmungsgeräten verlas.

Ein erster Posten an Geräten, der von einem Konsortium von Firmen hergestellt worden sei, umfasse 30 Geräte, zitierte die Nachrichtensprecherin mit ungläubigem Gesichtsausdruck aus der Mitteilung. "Wir haben nachgehakt, aber es scheint wirklich 30 zu heißen", sagte sie mit Falten auf der Stirn. Ein Videomitschnitt der Szene vom Mittwoch kursierte im Internet und wurde in verschiedenen Versionen allein auf Twitter Hunderttausende Male angeschaut.

Bislang stehen in Großbritannien gerade einmal rund 8000 der für die Behandlung von Covid-19-Patienten dringend benötigten Beatmungsgeräte zur Verfügung. Weitere 5000 sollen in den kommenden Wochen hinzukommen. Doch das dürfte bei Weitem nicht ausreichen. Auf dem Höhepunkt der Pandemie rechnet die Regierung mit einem Bedarf von 30.000 Geräten.

Für Nachschub soll unter anderem das für Staubsauger bekannte Unternehmen Dyson sorgen. Die Regierung bestellte 10.000 Geräte. Doch wann sie tatsächlich einsatzbereit sein werden, ist bislang unklar. Trotzdem nimmt Großbritannien an einem Beschaffungsverfahren der EU nicht teil - angeblich wegen Kommunikationsproblemen.

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Im Vereinigten Königreich wurden bereits Zehntausende Infizierte von den Behörden gemeldet. Einer von ihnen ist Premierminister Boris Johnson. Auch nach einigen Tagen hat sich der Regierungschef noch nicht ganz von seiner Corona-Infektion erholt. Seine siebentägige Selbstisolation, während der er gearbeitet hat, endet am Freitag. Es ist unklar, ob er dann schon wieder offizielle Termine wahrnehmen kann, wie ein Regierungssprecher berichtete. Johnson leide noch unter milden Symptomen. In Isolation hatte der Premier seine Besprechungen per Telefon und Video geführt.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa