Politik

Chodorkowski und Kasparow Moskau erweitert Liste "ausländischer Agenten"

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Chodorkowski ging nach zehn Jahren russischer Haft ins Exil.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ex-Oligarch Chodorkowski und der ehemalige Schach-Weltmeister Kasparow leben schon lange nicht mehr in ihrer Heimat Russland. Beide sind Kritiker von Präsident Putin. Dessen Regierung stuft die beiden als "ausländische Agenten" ein. Damit gelten für sie zahlreiche Beschränkungen und Auflagen.

Die russische Regierung hat den früheren Schach-Weltmeister Garri Kasparow und den Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski auf ihre Liste der "ausländischen Agenten" gesetzt. Der 59 Jahre alte Kasparow und der 58-jährige Ex-Tycoon Chodorkowski ließen sich ihre Aktivitäten auch durch "Quellen" in der Ukraine finanzieren, begründete das russische Justizministerium den Schritt in einer aktualisierten Fassung seiner Liste der "ausländischen Agenten".

Für sie gelten zahlreiche Beschränkungen und Auflagen, unter anderem müssen sie ihren Status als "ausländische Agenten" bei all ihren Veröffentlichungen angeben. Die Einstufung erinnert an die Diffamierung von Kritikern in der Sowjetunion als "Feinde des Volkes" und wird in großem Ausmaß gegen Oppositionspolitiker sowie regierungskritische Journalisten und Menschenrechtsaktivisten eingesetzt. Der Kreml wirft ihnen vor, ihre Aktivitäten aus dem Ausland finanzieren zu lassen.

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Seit Langem Putin-Kritiker: Ex-Schach-Weltmeister Kasparow.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der bekannte, frühere Schach-Weltmeister Kasparow ist seit Langem ein Kritiker von Russlands Staatschef Wladimir Putin. Er lebt seit fast einem Jahrzehnt in den USA. Chodorkowski war in den 90er-Jahren einer der mächtigsten Geschäftsleute in Russland, bevor er nach Putins Amtsübernahme im Jahr 2000 mit dem Kreml in Konflikt geriet. Die Zeit zwischen 2003 und 2013 brachte er in russischer Haft zu, danach ging er ins Exil. Jahrelang unterstützte Chodorkowski die oppositionelle Organisation Offenes Russland finanziell. Im Mai vergangenen Jahres löste sich die Organisation angesichts wachsenden Drucks auf.

Seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine am 24. Februar haben Dutzende Journalisten und Mitglieder der intellektuellen Elite Russlands das Land verlassen, weil die Behörden den Druck auf die letzten kritischen Stimmen und Medien im Land erhöht haben.

Quelle: ntv.de, chf/AFP

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