Politik

Antwort auf NATO-Erweiterung Moskau plant neue Militärbasen - und dreht am Gashahn

43c162132ca6209671f30d3466f11994.jpg

Schoigu, hier am "Tag des Sieges" in Moskau, prangert die "Zunahme militärischer Bedrohungen an den russischen Grenzen" an.

(Foto: dpa)

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die NATO attraktiv wie lange nicht, auch Schweden und Finnland wollen ihr beitreten. Als Reaktion verkündet Moskau nun, zahlreiche neue Militärbasen im Westen des Landes zu errichten. Außerdem wird wieder am Gashahn gedreht.

Als Antwort auf die Ausweitung der NATO will Russland im Westen des Landes zwölf neue Militärstützpunkte errichten. Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen: "Bis Ende des Jahres werden zwölf Militärbasen und Einheiten im westlichen Militärbezirk eingerichtet."

Schoigu prangerte demnach "die Zunahme der militärischen Bedrohungen an den russischen Grenzen" an und beschuldigte die USA und die NATO. In dieser Woche hatten Finnland und Schweden ihren Beitritt zur NATO beantragt. Schoigu sprach den Angaben zufolge vor ranghohen Vertretern seines Ministeriums und des Militärs.

Finnischen Angaben zufolge stellt Russland auch ab Samstagmorgen die Gaslieferungen nach Finnland ein. Ab 6.00 Uhr MESZ werde kein Gas mehr fließen, teilte der finnische Gaskonzern Gasum mit.

NATO-Anträge von Finnland und Schweden

Finnland und Schweden hatten am Mittwoch ihre Anträge auf einen Beitritt zur NATO abgegeben. Beide Staaten haben bisher jahrzehntelang entschieden eine Politik der militärischen Bündnisfreiheit verfolgt - angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine aber diese revidiert. Finnland hat eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland.

Mehr zum Thema

Die russische Regierung hatte zuletzt relativ gelassen auf die Beitrittspläne reagiert. Ein NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands mache vermutlich keinen großen Unterschied, weil beide Länder schon lange an NATO-Manövern beteiligt gewesen seien, sagte Außenminister Sergej Lawrow.

Nach Angaben der Regierung in Helsinki plant das westliche Bündnis keine Stationierung von Atomwaffen oder Stützpunkten in Finnland. Es gebe nicht einmal ein Interesse innerhalb der NATO daran, sagte Regierungschefin Sanna Marin am Donnerstag der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera", wie ihr Büro mitteilte.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen