Reporter vom Staatssender RTMoskau wirft Israel "gezielten" Angriff auf TV-Team im Libanon vor
Ein Reporter des russischen Propaganda-Senders RT will im Libanon über einen Raketeneinschlag berichten und gerät dabei selbst unter Beschuss. Russland bestellt den israelischen Botschafter ein und erhebt schwere Vorwürfe.
Russland wirft Israel einen "gezielten" Angriff auf ein russisches Fernsehteam im Südlibanon vor. Ein Reporter und ein Kameramann seien bei dem Angriff verletzt worden, erklärte die zum Staatssender RT gehörende Videoagentur Ruptly im Onlinedienst Telegram. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa schrieb bei Telegram, das als Presse gekennzeichnete Team sei "vorsätzlich und gezielt" angegriffen worden. Der israelische Botschafter in Moskau werde einbestellt.
In einem Video ist zu sehen, wie der Reporter mit einer Weste vor der Kamera steht, auf der das Wort "Presse" in englischer Sprache steht. Dann schlägt direkt neben ihm ein Geschoss ein, die Explosion ist gut zu sehen. Ein Kollege des Reporters schreibt auf X: "Mein enger Freund und Kollege Steve Sweeney wird bei einem israelischen Angriff im Libanon beinahe getötet. Ihre Fahrzeuge [die des Journalisten und seines Kamerateams] sind deutlich als 'Presse' gekennzeichnet. Sie tragen Presseabzeichen."
Die israelische Armee erklärte, auf veröffentlichtem Filmmaterial sei ein Journalist in einem Gebiet zu sehen, für das "eine ausdrückliche Warnung ausgegeben" worden sei. Der Angriff in dem Gebiet sei erfolgt, "nachdem seit den Warnungen ausreichend Zeit verstrichen war". Die israelische Armee geht derzeit massiv gegen die pro-iranische Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon vor.
Bei den israelischen Angriffen auf den Libanon sind mittlerweile mehr als 1000 Menschen getötet worden. Wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte, gibt es 2584 weitere Verletzte worden. Die Angaben beziehen sich auf die Zeit seit Beginn des Iran-Kriegs.
