Politik

Geplante Erhöhung Mütterrente: 2,8 Millionen Frauen profitieren

96818096 (1).jpg

Um von der geplanten Verbesserung der Mütterrente zu profitieren, müssten Rentnerinnen mindestens drei Kinder vor 1992 geboren haben.

picture alliance / Felix Kästle/

Rund 30 Euro mehr Mütterrente – das haben Union und SPD in Sondierungsgesprächen ausgehandelt. Laut Medien würde dieses Vorhaben allerdings nur einem Viertel der Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kindern zugutekommen.

Von den Verbesserungen bei der Mütterrente, die Union und SPD in ihren Koalitionssondierungen ausgehandelt haben, werden Zeitungsberichten zufolge nur 2,8 Millionen Rentnerinnen profitieren. Das sei nur rund ein Viertel der Rentnerinnen mit vor 1992 geborenen Kindern, hieß es in den Berichten.

Demnach haben zwar insgesamt 9,7 Millionen Rentnerinnen Kinder vor 1992 geboren, aber nur 2,8 Millionen von ihnen haben drei oder mehr Kinder vor diesem Jahr zur Welt gebracht. Nur sie könnten mit der von CDU/CSU und SPD geplanten Erhöhung ihrer Renten um rund 31 Euro im Monat rechnen. Alle anderen Mütter gingen dagegen leer aus.

Die mögliche Große Koalition will die Anhebung der Mütterrenten aus der Rentenkasse finanzieren. Laut der "Rheinischen Post" könnten das gut 3,7 Milliarden Euro im Jahr 2019 kosten. Die Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, forderte hingegen, die Kosten voll aus Steuermitteln zu finanzieren. Denn: "Bei der beschlossenen Verbesserung von Kindererziehungszeiten handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

Wie die Anhebung konkret ausgestaltet wird, geht aus dem Sondierungsbeschluss von Union und SPD nicht klar hervor. Linken-Chef Bernd Riexinger bezeichnete die geplante Ausweitung der Mütterrente als "Schritt in die richtige Richtung". Dennoch gehe es weiter ungerecht zu, sagte er. "Wieso sollten Frauen, die zwei Kinder großgezogen haben, leer ausgehen?" Auch Riexinger forderte, die Mütterrente als "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" aus Steuermitteln zu bezahlen.

Die Ausweitung der Mütterrente war eine zentrale Wahlkampfforderung der CSU. Die Umsetzung hängt aber davon ab, ob Union und SPD in Koalitionsverhandlungen eintreten und sich das Sondierungsergebnis so auch in einem möglichen Koalitionsvertrag widerspiegelt. Bei den Sozialdemokraten muss ein Sonderparteitag grünes Licht für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen geben, deren Ergebnis am Ende auch noch durch einen Mitgliederentscheid bestätigt werden müsste.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa/AFP

Mehr zum Thema