Politik

Zu wenig Haut an Nizzas Strand Muslima muss Oberteil ausziehen

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Das Wort Burkini setzt sich aus den Begriffen Burka und Bikini zusammen.

(Foto: AP)

Nach mehreren Anschlägen verbieten viele französische Urlaubsorte Burkinis an ihren Stränden. In Nizza erfüllt die Polizei diese Vorgabe jetzt mit Nachdruck und fordert eine bekleidete Frau auf, sich auszuziehen.

*Datenschutz

Fotos von einer Polizeikontrolle am Strand von Nizza haben die Debatte um Burkini-Verbote in Frankreich angeheizt. In den sozialen Netzwerken sorgten zunächst in britischen Medien veröffentlichte Fotos von der Polizeikontrolle für Entrüstung und Kopfschütteln.

Zu sehen ist auf den Bildern, wie vier Angehörige der städtischen Polizei eine Frau umringen, die mit Leggings, einem langen türkisfarbenen Oberteil und mit einem um den Kopf gewickelten Tuch am Strand der südfranzösischen Stadt liegt. Dann zieht die Frau vor den Polizisten das türkisfarbene Oberteil aus, unter dem sie noch ein ärmelfreies Oberteil trägt.

Unklar ist, ob die Polizisten die Frau zuvor aufgefordert hatten, das lange Oberteil auszuziehen, wie britische Medien es darstellen. Auf Twitter gab es trotzdem umgehend empörte Reaktionen: "Sie wollen ihr ihre Kleidung wegnehmen", schrieb der Vorsitzende des Kollektivs gegen Islamfeindlichkeit in Frankreich, Marwan Muhammad. Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Kenneth Roth, sprach von einem "Gipfel der Absurdität". Stefan Liebich von der Linkspartei erinnerte daran, dass Strandbesucher früher Probleme mit der Polizei bekommen hatten, weil sie zu viel nackte Haut zeigten.

"Störung der öffentlichen Ordnung"

Nach den islamistischen Anschlägen in diesem Sommer haben zahlreiche französische Urlaubsorte, darunter Cannes und Nizza, das Tragen des umstrittenen Ganzkörperbadeanzugs an ihren Stränden verboten. Der Burkini - eine Wortschöpfung aus Burka und Bikini - bedeckt den ganzen Körper und wird von muslimischen Frauen getragen, die beim Baden einer strengen Auslegung des Islam entsprechen wollen.

Der Burkini wird in den Dekreten der Bürgermeister nicht namentlich genannt. Vielmehr wird Frauen der Zugang zum Strand untersagt, die "keine korrekte Kleidung tragen, die die guten Sitten und die Laizität respektiert sowie die Hygiene- und Sicherheitsregeln beim Baden achtet".

Als Begründung für die Verbote führen die Bürgermeister an, wegen der nach den islamistischen Anschlägen angespannten Stimmung in Frankreich könne der Burkini zu Störungen der öffentlichen Ordnung führen. Kritiker verurteilen die Maßnahme als überzogen und islamfeindlich.

Seit Verhängung der Burkini-Verbote sind bereits gegen mehrere Frauen Bußgelder verhängt worden. Das Rathaus von Nizza konnte zunächst nicht sagen, ob die Frau, deren Polizeikontrolle am Mittwoch für Aufregung sorgte, wegen ihrer Kleidung einen Bußgeldbescheid erhielt, wie es die Fotos nahelegen.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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