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Prozess um verdurstetes Mädchen Mutter schildert Qualen durch IS-Peiniger

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In den Räumen des Oberlandesgericht München wird ein dramatischer Fall verhandelt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine mutmaßliche IS-Anhängerin aus Deutschland und ihr Ehemann sollen eine Frau versklavt und deren Tochter ermordet haben. Vor dem Oberlandesgericht München berichtet die Mutter des toten Mädchens von ihrem Leiden.

Im Prozess um ein verdurstetes jesidisches Mädchen hat die mutmaßliche Mutter des Kindes von täglichen Schlägen ihrer Peiniger berichtet. "Ich war auch in Syrien - aber das Schlimmste habe ich in Falludscha erlebt", sagte die Frau, die in dem Verfahren als Nebenklägerin auftritt, vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Sie habe mit ihrer Tochter als Sklavin bei einem IS-Paar in der irakischen Stadt gelebt, habe den Haushalt machen müssen und sei regelmäßig geschlagen worden.

Auch ihre erst fünf Jahre alte Tochter habe regelmäßig Schläge bekommen und deswegen einmal vier Tage im Bett verbringen müssen, um sich davon zu erholen, sagte sie. Einmal habe der Mann sie gezwungen, während eines Luftangriffs auf Falludscha auf das Hausdach zu klettern.

"Ich habe große Angst gehabt." Die deutsche Ehefrau des Mannes habe bei seinen Taten zugesehen, ihn aber auch dazu angestachelt. Beispielsweise, wenn sie sich bei ihm beschwerte, das Mädchen sei zu laut und gehe unerlaubt in alle Zimmer des Hauses.

Angekettet in der Sonne verdurstet

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei der deutschen Ehefrau um die 28 Jahre alte Jennifer W. handelt, die der Terrormiliz IS im Irak angehören soll und wegen Mordes und Kriegsverbrechen vor Gericht steht. Sie soll dabei zugesehen haben, wie das Mädchen angekettet in der Sonne qualvoll verdurstete.

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Die Angeklagte Jennifer W. soll sich der Terrormiliz IS angeschlossen und Gräueltaten begangen haben.

(Foto: dpa)

Die Angeklagte und ihr Ehemann sollen das fünfjährige Mädchen und dessen Mutter als Kriegsgefangene auf einem Sklavenmarkt gekauft haben. Der Ehemann der Angeklagten ist kein Deutscher und halte sich auch nicht in Deutschland auf, wie Ermittler Ende 2018 angaben.

Die Nebenklägerin gilt als wichtigste Zeugin in dem Verfahren. Zu der schrecklichen Tat, wie sie in der Anklage formuliert ist, hatte sie das Gericht bis zum Freitagmittag allerdings noch nicht befragt.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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