Viele Flugobjekte abgefangenNahost-Staaten werfen einander Bruch der Waffenruhe vor

Die Waffenruhe im Iran-Krieg ist noch keine 24 Stunden alt, da gibt es bereits Berichte möglicher Verstöße. Saudi-Arabien meldet abgefangene iranische Drohnen, der Iran will wiederum eine israelische Drohne abgefangen haben. In Kuwait soll es sogar Einschläge geben.
Nach der Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg werfen sich mehrere Konfliktparteien Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte, neun Drohnen abgefangen zu haben. Die Flugobjekte seien zerstört worden, heißt es in einer Mitteilung, in der weder Ort noch Zeitpunkt genannt werden. Zuletzt hatte der Iran immer wieder Drohnen und Raketen auf Golfstaaten abgefeuert. Entsprechende Meldungen gab es im Laufe des Tages auch aus Katar, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warf wiederum Israel Verletzungen der Waffenruhe vor. Das habe Araghtschi in einem Telefonat mit dem Befehlshaber der pakistanischen Armee, Asim Munir, gesagt, teilte das iranische Außenministerium mit.
Dem iranischen Staatsfernsehen zufolge fing die Armee eine Drohne vom Typ Hermes aus israelischer Produktion über der Stadt Lar ab. Die Hermes-900-Drohne sei von einem "modernen Luftabwehrsystem" unschädlich gemacht worden, hieß es.
Das kuwaitische Innenministerium teilte mit, nach iranischen Drohnenangriffen gebe es "schwere Sachschäden" an mehreren wichtigen Einrichtungen. An einigen der nach Ausrufung der Waffenruhe angegriffenen Standorte seien Brände ausgebrochen, darunter Ölanlagen sowie drei Kraftwerke und Meerwasserentsalzungsanlagen.
Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums hatte Pakistan am Dienstagabend eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA vermittelt. Zu den möglichen Verletzungen der Waffenruhe erklärte der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif auf X, entsprechende Berichte erhalten zu haben. Er forderte alle Konfliktparteien auf, "Zurückhaltung zu üben" und die Feuerpause einzuhalten.
Die Einigung auf eine zunächst zweiwöchige Waffenruhe unter pakistanischer Vermittlung war am Dienstagabend zustande gekommen. Im Gegenzug für eine Einstellung der Kampfhandlungen erklärte sich der Iran bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Die israelische Regierung erklärte, die Feuerpause zu unterstützen, diese gelte aber anders als vom Vermittler Pakistan verkündet, nicht für den Kampf gegen die proiranische Hisbollah im Libanon.