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Wachsamkeit im All Nato will Weltraum-Strategie beschließen

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Ende des Jahres könnte der Weltraum zu einem eigenständigen Operationsgebiet erklärt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit technologischem Fortschritt ergeben sich auch neue Sicherheitsbedenken - die Nato reagiert darauf. Seit 2016 ist deshalb zum Beispiel Cyber ein eigenes Operationsgebiet des Bündnisses. Nun konzentriert sich die Nato auf die endlosen Weiten des Weltraums.

Die Nato stellt sich darauf ein, dass Kriege in Zukunft auch im Weltraum entschieden werden könnten - zum Beispiel durch Angriffe auf strategisch wichtige Satelliten oder den Einsatz von weltraumgestützten Waffen. Zur Vorbereitung auf solche Szenarien will das Bündnis bei einem Verteidigungsministertreffen erstmals eine Weltraum-Strategie beschließen.

"Es ist wichtig, dass wir auch im Weltraum wachsam sind", erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Die Nato könne zu einem Schlüsselforum für den Austausch von Fähigkeiten und Informationen werden.

Ende des Jahres könnte der Weltraum dann sogar zu einem eigenständigen Operationsgebiet erklärt werden. Damit würden zusätzliche Ressourcen bereitgestellt und mögliche Angriffe aus dem Weltraum so behandelt wie bislang solche am Boden oder im Luft-, See- oder Cyberraum. Zuletzt hatte die Nato 2016 Cyber zum eigenständigen Operationsgebiet erklärt, um sich besser gegen Hackerangriffe auf Stromnetze oder Kommunikationstechnik wappnen zu können.

Satelliten sind empfindliche Angriffspunkte

Ein Grund für die verstärkte Beschäftigung mit dem Thema Weltraum ist, dass die Nato immer mehr von Weltraumtechnik abhängig ist. Über Satelliten läuft die Kommunikation bei Militäreinsätzen, sie werden zur Aufklärung und für Frühwarnsysteme sowie für Navigationssysteme genutzt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Angriff auf Satelliten der Nato-Staaten erhebliche Auswirkungen auf ihre Verteidigungsfähigkeit haben könnte.

Gleichzeitig bauen sowohl Russland als auch China ihre Präsenz im Weltraum aus - das besagt zumindest ein im Februar veröffentlichter Bericht der US-amerikanischen "Defense Intelligence Agency". Demzufolge entwickeln beide Länder aktuell Technologien, die Angriffe auf Weltraumtechnik möglich machen. In Peking und Moskau werden diese Vorwürfe jedoch konsequent verneint.

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Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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