Politik

Reha nach Charité-Entlassung Nawalny bleibt vorerst in Deutschland

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Alexej Nawalny hat nun eine Reha-Therapie vor sich.

(Foto: dpa)

Alexej Nawalny wird seinem Team zufolge nach Russland zurückkehren. Nach seiner Entlassung aus der Berliner Charité macht er jedoch zunächst eine Physiotherapie - irgendwo in Deutschland. Der vergiftete Kremlkritiker erzählt nun, wie es war, nach dem Koma das erste Mal wieder in den Spiegel zu blicken.

Der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny hält sich seiner Sprecherin zufolge nach der Entlassung aus der Berliner Charité "vorerst" weiter in Deutschland auf. Er befinde sich noch in Behandlung. Der 44-Jährige selbst schrieb bei Instagram, "der Plan ist ganz einfach: Täglich einen Physiotherapeuten aufsuchen, vielleicht ein Reha-Zentrum, auf einem Bein stehen, völlige Kontrolle über meine Finger wiedererlangen, das Gleichgewicht halten". Zudem veröffentlichte Nawalny ein Foto von sich, wie er mit ernster Miene auf einer Bank in einer Grünanlage sitzt.

Nawalny war am Dienstag aus der Berliner Charité entlassen worden. Die behandelnden Ärzte erklärten an diesem Mittwoch, sie hielten eine vollständige Genesung "aufgrund des bisherigen Verlaufs und des aktuellen Zustandes" von Nawalny für möglich. Jedoch könnten eventuelle Langzeitfolgen erst im weiteren Verlauf beurteilt werden.

Der russische Oppositionelle reagierte auf seine Entlassung aus dem Krankenhaus mit den Worten: "Der Tag ist gekommen - hurra!" Wo er sich der Reha-Therapie unterziehen will, sagte Nawalny nicht. Sein Team hatte stets darauf hingewiesen, dass Nawalny auf jeden Fall nach Russland zurückkehren werde.

Nawalny erschrickt vor eigenem Spiegelbild

Der Kreml-Kritiker berichtete, er könne mit seiner linken Hand keinen Ball mehr werfen oder schreiben. "Das Gehirn will diese Bewegung einfach nicht mehr machen." Er sei "furchtbar erschüttert" gewesen, als er nach 24 Tagen auf der Intensivstation - davon 16 Tage im Koma - erstmals wieder sein Spiegelbild gesehen habe, fügte Nawalny hinzu. "Aber die Ärzte haben weiterhin ein Wunder bewirkt." Er habe mit einem Physiotherapeuten gearbeitet, habe gegessen und versucht, mehr zu schlafen.

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Der prominente Gegner des russischen Staatschefs Wladimir Putin war am 22. August in die Charité eingeliefert worden, nachdem er zwei Tage zuvor während eines Flugs in Russland zusammengebrochen war. Nach Angaben der Bundesregierung wurde Nawalny "zweifelsfrei" mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der sogenannten Nowitschok-Gruppe vergiftet. Moskau weist den Verdacht zurück, staatliche russische Stellen könnten Nawalny gezielt vergiftet haben.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa