Trump verbietet Israel AngriffeNetanjahu: Sind mit der Hisbollah noch nicht fertig

Nach dem Waffenstillstand im Libanon öffnet der Iran die Straße von Hormus für den Welthandel. Doch für Israels Premierminister Netanjahu ist der Kampf gegen die Hisbollah noch nicht beendet. US-Präsident Trump macht deutlich, dass er keine neuen israelischen Angriffe akzeptiert.
Wenige Stunden nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu die "Zerschlagung" der pro-iranischen Hisbollah-Miliz angekündigt. "Israel ist mit der Hisbollah noch nicht fertig", erklärte er. "Wir haben die Arbeit noch nicht beendet." Die zehntägige Waffenruhe zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten hatte um Mitternacht Ortszeit (23 Uhr MESZ) begonnen. Daraufhin öffnete der Iran die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt.
Israel plane weitere Maßnahmen, um auf "die verbleibende Raketen- und Drohnenbedrohung" aus dem Libanon zu reagieren, erklärte der israelische Regierungschef. Das übergeordnete Ziel der "Zerschlagung der Hisbollah" werde nicht "über Nacht erreicht". Dafür seien "anhaltende Anstrengungen, Geduld und Ausdauer sowie geschicktes diplomatisches Manövrieren" erforderlich. Der bisherige israelische Militäreinsatz im Libanon habe zwei Bedrohungen "beseitigt": "Eine unmittelbare Bedrohung durch das Eindringen Tausender Terroristen" sowie eine entfernte Bedrohung israelischer Städte "durch 150.000 Raketen".
US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen in seinem Onlinedienst Truth Social, Washington habe Israel "verboten", den Libanon nach Inkrafttreten der Feuerpause weiterhin zu bombardieren. "Es ist ihnen von den USA VERBOTEN. Es reicht jetzt!!!", schrieb Trump. Die USA würden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um gegen die Hisbollah-Miliz vorzugehen.
In Israel hob die Armee derweil alle wegen des Krieges mit dem Nachbarland erlassenen Beschränkungen auf. "Das gesamte Land wird wieder zu vollem Betrieb zurückkehren, ohne jegliche Einschränkungen", teilte die Armee mit. Auch eine letzte geltende Beschränkung, ein Verbot von Versammlungen mit mehr als 1000 Menschen an der nördlichen Grenze zum Libanon, werde am Samstag aufgehoben.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die schiitische Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. Bei israelischen Angriffen wurden nach libanesischen Angaben bisher fast 2300 Menschen getötet. Rund eine Million Menschen wurden vertrieben.