Politik

Bündnis könnte Mehrheit holenNetanjahus größte Rivalen verbünden sich vor Israel-Wahl

26.04.2026, 19:04 Uhr
00:00 / 02:28
Naftali-Bennett-r-Vorsitzender-der-israelischen-ultrarechten-Partei-Jamina-und-Premierminister-von-Israel-und-Jair-Lapid-Vorsitzender-der-Zentrums-Partei-Jesch-Atid-waehrend-der-ersten-Kabinettssitzung-Eine-knappe-Mehrheit-der-Abgeordneten-im-israelischen-Parlament-hat-fuer-die-neue-Regierung-gestimmt
Naftali Bennett, rechts, und Jair Lapid, hier im Jahr 2021. Damals hatten sie bereits eine Koalition, nun wollen sie erneut Netanjahu besiegen. (Foto: picture alliance/dpa)

In Israel wird dieses Jahr erneut gewählt. Die Koalition von Premierminister Netanjahu kommt Umfragen zufolge derzeit nicht mehr auf eine Mehrheit. Die Opposition will diese Chance nutzen: Zwei Parteien fusionieren sich.

Die beiden früheren israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Jair Lapid bündeln ihre Kräfte, um Regierungschef Benjamin Netanjahu bei der nächsten Wahl abzulösen. Der rechtsgerichtete Politiker Bennett und der zentristische Oppositionsführer Lapid kündigten den Zusammenschluss ihrer Parteien Bennett 2026 und Jesch Atid an.

Das neue Bündnis werde den Namen Zusammen tragen und von Bennett geführt werden, teilte dessen Büro mit. Dieser Schritt solle den Block einen, interne Spaltungen beenden und alle Bemühungen auf den Sieg bei den entscheidenden Wahlen konzentrieren, teilte Lapid mit. Damit solle Israel in die Zukunft geführt werden. Die Wahl soll bis Ende Oktober stattfinden.

Die beiden Politiker hatten Netanjahu nach der Wahl im Jahr 2021 aus dem Amt gedrängt und damit dessen zwölfjährige Regierungszeit beendet. Ihre damalige Koalition zerbrach jedoch nach 18 Monaten. Netanjahu feierte im November 2022 ein Comeback und bildete die am stärksten rechtsgerichtete Regierung in der Geschichte des Landes. Der Angriff der Hamas auf den Süden Israels im Jahr 2023 hat den Ruf Netanjahus als Garant der Sicherheit jedoch beschädigt.

Frühere Umfragen deuten auf Siegeschancen für die neue Partei hin. In einer Erhebung des Senders N12 News vom 23. April kam der 54-jährige ehemalige Tech-Unternehmer Bennett mit seiner bisherigen Partei auf 21 der 120 Sitze in der Knesset, während Netanjahus Likud 25 Mandate erreichte. Die Partei des 62-jährigen früheren Fernsehmoderators Lapid fiel auf sieben Sitze zurück. Ein von den beiden geführtes Bündnis käme zusammen mit kleineren Gruppierungen jedoch auf mindestens 60 Sitze, während Netanjahus Koalition aus rechten und religiösen Parteien 50 Mandate erreichen würde.

Quelle: ntv.de, toh/rts

IsraelBenjamin Netanjahu