Politik

"Unmöglich zu kontrollieren" Neue Brände auf dem Tschernobyl-Gelände

Laut ukrainischen Behörden sind neue, große Brände in der Sperrzone um die Atomruine Tschernobyl ausgebrochen. Wegen der russischen Besatzer sei es aber unmöglich, die Brände vollständig zu löschen. Die Internationale Atomenergiebehörde bekommt zudem seit knapp drei Wochen keine Live-Daten mehr.

In der von russischen Streitkräften besetzten Zone um die Atomruine Tschernobyl sind nach Angaben der ukrainischen Behörden neue Brände ausgebrochen. "In der Sperrzone haben große Brände begonnen, die sehr ernste Folgen haben können", schrieb die stellvertretende ukrainische Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Sonntagabend auf Telegram. Allerdings sei es wegen der russischen Truppen im Moment "unmöglich, die Brände vollständig zu kontrollieren und zu löschen".

Wereschtschuk forderte vom UN-Sicherheitsrat "sofortige Maßnahmen" zur "Entmilitarisierung" des Gebiets rund um die Atomruine. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Sonntag mit, dass die Sicherheitslage in den ukrainischen Kernkraftwerken unverändert sei. Sie hatte vergangene Woche festgestellt, dass die Waldbrände in der Umgebung von Tschernobyl kein größeres radiologisches Risiko darstellten.

Team arbeitet einen Monat ohne Ablösung

Die IAEA empfängt seit knapp drei Wochen allerdings keine Live-Daten mehr von den Überwachungsgeräten aus Tschernobyl. Außerdem zeigte sie sich am Sonntag besorgt, dass das Personal auf dem Gelände seit dem 20. März nicht mehr ausgetauscht wurde. Das vorherige Team hatte sogar einen Monat ohne Ablösung arbeiten müssen.

Am 24. März berichtete die Feuerwehr der Stadt Tschernobyl von vier gelöschten Bränden, aber auch, dass es noch weitere Feuer gebe. Das ukrainische Parlament hatte zuvor berichtet, dass eine Fläche von mehr als zwei Quadratkilometern in Flammen stehe.

Die Russen hatten das Gelände bereits am ersten Tag ihrer Invasion im Nachbarland besetzt. Nach der Kernschmelze von 1986 war ein Sarkophag über der Ruine gebaut worden, der den Austritt von Radioaktivität verhindern soll. Auf dem Gelände lagern aber auch noch ausgebrannte Brennstäbe.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP

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