Politik

"Die Welt schaut zu" Trump warnt Teheran vor "Massaker"

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Signalisiert Sympathie und Unterstützung für Regimegegner im Iran: Donald Trump, hier bei einem Auftritt in Ohio.

(Foto: REUTERS)

Der Abschuss des ukrainischen Passagierjets löst im Iran eine neue Protestwelle aus. In zweisprachigen Botschaften wendet sich US-Präsident Trump an die "tapferen, leidgeprüften" Iraner. "Ich stehe an Ihrer Seite", twittert er auf Englisch und auf Farsi.

US-Präsident Donald Trump hat Regimegegnern im Iran seine Unterstützung zugesichert und die Regierung in Teheran vor einer gewaltsamen Niederschlagung der Proteste gewarnt. Trump veröffentlichte eine Serie zweisprachiger Twitter-Botschaften auf Englisch und auf Farsi, in denen er sich in der Landessprache und gleichem Wortlaut direkt an das "tapfere, leidgeprüfte Volk" im Iran wandte.

"Ich stehe seit Beginn meiner Präsidentschaft an Ihrer Seite, und meine Regierung wird Ihnen auch weiterhin zur Seite stehen", schrieb der US-Präsident mit Blick auf die Demonstranten. "Wir verfolgen Ihre Proteste aufmerksam und lassen uns von Ihrem Mut inspirieren."

Iranischen Medienberichten zufolge war es am Samstagabend im Zusammenhang mit dem Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine durch das iranische Militär und dem späten Schuldeingeständnis der iranischen Revolutionsgarden in mehreren Teilen der Hauptstadt Teheran zu neuen Protestkundgebungen gekommen.

Trump twittert auf Persisch

Laut den Nachrichtenagenturen Irna und Isna nahmen Hunderte an Protestkundgebungen am Samstagabend vor den Universitäten Teheran, Amir Kabir und Scharif teil. Die Demonstranten bekundeten demnach zunächst ihre Trauer für die hohe Zahl der getöteten Unschuldigen. Anschließend sei das Entsetzen der Menschen in Wut gegen das Regime umgeschlagen. Im Mittelpunkt steht dabei sowohl der Abschuss selbst als auch die tagelangen Dementis iranischer Behörden und Medien.

Isna zufolge forderten einige Demonstranten vor der Amir-Kabir-Universität den Rücktritt der Verantwortlichen für den Abschuss, bei dem alle 176 Menschen an Bord der Maschine ums Leben kamen. Demnach schritt die Polizei ein, um die Proteste zu beenden. Anderen Quellen zufolge sollen Demonstranten die iranische Regierung als "Lügner" bezeichnet und zum Sturz des Mullah-Regimes aufgerufen haben.

Trump: "Die Welt schaut zu"

Trump rief die iranische Regierung dazu auf, Beobachter ins Land zu lassen, um die Einhaltung der Menschenrechte im Zusammenhang mit den aktuellen Protesten zu überwachen. Keinesfalls dürfe es zu einem "weiteren Massaker an friedlichen Demonstranten" oder neuerlichen Einschränkungen in der freien Meinungsäußerung in sozialen Netzwerken im Iran kommen. "Die Welt schaut zu", warnte Trump.

Am Rande der Protestkundgebung setzten Sicherheitskräfte zeitweise auch den britischen Botschafter fest. Die Behörden in Teheran riskieren damit einen diplomatischen Eklat: Großbritanniens Außenminister Dominic Raab sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht". Der Iran hat den versehentlichen Abschuss der Maschine am Samstag eingeräumt. Die Behörden hatten in den Tagen zuvor von einem technischen Defekt der Maschine gesprochen. Die gesamte iranische Führung drückte ihr Bedauern über den Vorfall aus.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa