Politik

Seekabel vor U-Booten schützen Neues Nato-Kommando ist einsatzbereit

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Ein Nato-U-Boot bei einer Übung im Mittelmeer.

Im Nordatlantik verlaufen wichtige Unterwasserkabel für den Datenverkehr. In einem Nato-Szenario könnte Russland versuchen, diese zu kappen. Eine neue Einheit des Bündnisses soll in dem riesigen Seegebiet für besseren Schutz sorgen.

Die Nato hat ihr neues Streitkräftekommando für den Atlantik für einsatzfähig erklärt. Die Einheit in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia soll einen besseren Schutz der Transport- und Kommunikationswege zwischen Nordamerika und Europa gewährleisten. "Der Nordatlantik ist für die Sicherheit Europas von entscheidender Bedeutung", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Das Kommando werde dafür sorgen, dass die wichtigen Verstärkungs- und Versorgungswege durch das riesige Seegebiet gesichert bleiben.

Mit der Stärkung ihrer Kommando- und Streitkräftestruktur reagiert die Nato vor allem auf die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. Insbesondere östliche Bündnispartner fühlen sich bedroht, seit der große Nachbar 2014 mit der Unterstützung pro-russischer Separatisten in der Ukraine begann und sich die Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibte.

Zu den bei der Nato kursierenden Szenarien gehört, dass russische U-Boote Unterseekabel zwischen den USA und Europa kappen könnten. Durch diese Kabel fließt auch ein Teil der Internetkommunikation. Attacken dieser Art könnten Teil einer hybriden Kriegsführung sein - also einer Mischung offener und verdeckter Kriegshandlungen.

Das von dem Vizeadmiral Andrew Lewis geführte Kommando in Norfolk (JFCNF) ist am Standort der zweiten US-Flotte untergebracht und ergänzt ein ebenfalls neu geschaffenes Kommando in Ulm (JSEC) in Baden-Württemberg. Letzteres hatte bereits vor einem Jahr die erste Stufe der Einsatzfähigkeit erreicht und ist für Truppen- und Materialtransporte in Europa zuständig.

Die volle Einsatzfähigkeit sollen beide Kommandos bis September 2021 erreichen. Dem JSEC in Ulm sollen am Ende rund 270 Offiziere und Soldaten angehören, im Krisenfall bis zu 600. Die geplante Personalstärke für das JFCNF in den USA wird mit rund 150 Frauen und Männern angegeben.

Quelle: ntv.de, hul/dpa