Politik

AfD soll weiblicher werden Nicole Höchst fordert Meuthen heraus

imago94914724h (2).jpg

Nicole Höchst ist bundesweit bislang wenig bekannt.

(Foto: imago images/Metodi Popow)

Auf dem Bundesparteitag in Braunschweig wählt die AfD einen neuen Vorstand. Während sich Jörg Meuthen zur Wiederwahl stellt, will sich Alexander Gauland von der Spitze zurückziehen. Mehrere Kandidaten bringen sich für die Wahl in Position.

Die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst hat bestätigt, dass sie für den Parteivorsitz der AfD kandidieren will. Sie trete gegen Amtsinhaber Jörg Meuthen an, sagte sie am Rande des Parteitags in Braunschweig.

Die Mitgliederzusammensetzung bei der AfD zeige, "dass wir noch einige Frauen zusätzlich ansprechen müssen", sagte Höchst mit Blick auf die Männerdominanz in der Partei. Zudem wolle sie mehr Jugendliche ansprechen, die vor allem in den westlichen AfD-Landesverbänden unterrepräsentiert seien. Die 49-Jährige ist Lehrerin, sie sitzt im Bundestagsausschuss für Familie, Senioren und Jugend und engagiert sich für das Thema Bildung. Bundesweit ist sie bislang wenig bekannt.

Anders als Meuthen will sich der Co-Vorsitzende Alexander Gauland von der Spitze zurückziehen. Er warb bei seinen Parteikollegen dafür, "dass wir einen teilweisen Generationswechsel solidarisch vollziehen". Gauland betonte, er sehe die Zukunft der AfD nicht in einer Anpassung an eine "verrottete CDU". Aus dem Bundesvorstand verabschieden will sich auch der Europaabgeordnete Guido Reil.

Polizei rechnet mit 12.000 Demonstranten

Für Gaulands Posten kandidieren unter anderem der sächsische Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla und die niedersächsische Landeschefin Dana Guth. Kurzfristig seine Kandidatur angemeldet hat der Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio, der wiederholt als rechter Scharfmacher in Erscheinung getreten ist. Wolfgang Gedeon aus Baden-Württemberg hat ebenfalls seine Bewerbung für den Parteivorsitz angemeldet. Gegen ihn läuft ein Ausschlussverfahren wegen Antisemitismus- und Rassismusvorwürfen.

Vor der Volkswagen Halle, in der die Delegierten beraten, demonstrierten schon vor Beginn des Parteitags mehrere Hundert Menschen. Die Polizei hatte die Halle weiträumig abgesperrt und war mit starken Kräften präsent. Auch Wasserwerfer standen bereit. Gegner der rechtspopulistischen Partei blockierten auch Zufahrtstraßen. Für die zwei Tage sind mehrere Kundgebungen und Protestdemonstrationen angemeldet. Die Polizei rechnet allein für den heutigen Tag mit bis zu 12.000 Teilnehmern.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP