Politik

Geheimdienst wiegelt abNord-Stream-Angreifer informierten CIA wohl früh über Pläne

19.02.2026, 11:43 Uhr
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Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines, Serhii K., sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft. (Foto: REUTERS)

Die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee wurden im September vor vier Jahren durch Sprengsätze schwer beschädigt. Ermittlungen zufolge soll dafür ein ukrainisches Kommando verantwortlich sein. Nun legt ein Bericht nahe, dass die CIA zumindest Kenntnis über die Anschlagspläne hatte.

Mitarbeiter des US-amerikanischen Auslandsgeheimdiensts CIA sind offenbar frühzeitig über die Pläne eines ukrainischen Kommandos informiert worden, die Nord-Stream-Pipelines zu sprengen. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Insider. Demnach kam es bereits im Frühjahr 2022 zu einem ersten Treffen zwischen CIA-Leuten und mutmaßlichen Drahtziehern der Attacke. Dort soll den Insidern zufolge bereits die Idee für einen Anschlag auf die Gasröhren in der Ostsee diskutiert worden sein.

In der Folgezeit soll es laut den ukrainischen Quellen zu mehreren weiteren Treffen gekommen sein, bei denen auch technische Details des Vorhabens besprochen worden sein sollen. Dabei sei bei den Ukrainern der Eindruck entstanden, ihre CIA-Kontakte hießen die geplante Operation gut. Die Saboteure sollen die Aussagen der Amerikaner sogar dahingehend verstanden haben, dass die CIA womöglich bei der Finanzierung des Vorhabens helfen könnte, heißt es in dem Bericht weiter.

Im Frühsommer 2022 sollen die US-Agenten den mutmaßlichen Drahtziehern der Sprengungen dann mitgeteilt haben, sie lehnten deren Pläne ab. Die Aktion sei zu unterlassen.

Auf Anfrage des "Spiegels" bestritt die CIA die Recherchen. Sie seien "äußerst ungenau" und sollten nicht "als faktische Information gelesen werden", da sie "komplett falsch" seien. Zu Einzelheiten, mit denen die Redaktion den Geheimdienst konfrontierte, habe die CIA keine Stellung bezogen.

Trotz des US-Dementis hat sich der "Spiegel" eigenen Angaben zufolge dazu entschieden, über die Informationen zu berichten. Die Quellen seien der Redaktion seit Jahren bekannt, ihre Angaben zu Details der Anschläge auf die Pipelines hätten sich bislang als zutreffend erwiesen.

Im September 2022 zerstörten Explosionen am Meeresgrund drei der vier Stränge der Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2. Verantwortlich ist nach Erkenntnissen deutscher Ermittler ein ukrainisches Kommando von zivilen Tauchern und Spezialisten für Kommandoaktionen. Einige Mitglieder des Kommandos haben eine Vergangenheit in ukrainischen Geheimdiensten.

Im vergangenen August wurde der ukrainische Staatsangehörige Serhii K. während eines Urlaubs in Italien festgenommen, im November wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Seitdem sitzt der Beschuldigte in Untersuchungshaft. Der 49-Jährige soll die Sabotageaktion im September 2022 koordiniert haben.

Quelle: ntv.de, gut

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