Politik

Satellitenbilder ausgewertet Nordkorea arbeitet weiter auf Atomgelände

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Im Jahr 2008 wurde schon einmal ein Zeichen der atomaren Abrüstung gesetzt und der Kühlturm des Reaktors in Nyongbyon gesprengt.

(Foto: REUTERS)

Die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel ist eigentlich beschlossene Sache. Davon unbeeindruckt wird eine Atomanlage im Norden von Pjöngjang ausgebaut. Für Experten ist das aber noch kein Grund zur Beunruhigung.

Nordkorea setzt offenbar trotz des Bekenntnisses zur Abrüstung die Arbeiten an einem atomaren Testgelände fort. Das berichten Experten unter Berufung auf aktuelle Satellitenbilder. Nach Informationen der renommierten Webseite "38 North" wird etwa an der Infrastruktur der kerntechnischen Anlage Nyongbyon, rund hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Pjöngjang, gearbeitet.

Die Satellitenaufnahmen stammten vom 21. Juni dieses Jahres und zeigten kontinuierliche und schnelle Verbesserungen an den Verkehrswegen zu der Anlage, hieß es. Auf dem Gelände, das zwischen 2008 und 2010 zwischenzeitlich außer Betrieb war, wird Uran angereichert. In jüngster Zeit seien einige Bauten fertiggestellt worden, etwa ein Bürogebäude und eine Zufahrt zu einem der nuklearen Reaktoren.

Der Seite zufolge sollten die Arbeiten nicht in einem direkten Zusammenhang zu den Versprechungen des Machthabers Kim Jong Un gesehen werden. Trotz der angestrebten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel könnten die Verantwortlichen ihre Operationen auf dem Gelände fortsetzen, solange sie nicht gegenteilige Anweisungen aus Pjöngjang erhielten. Im vergangenen Monat habe Nordkorea bereits das atomare Testgelände Punggye-ri als Zeichen des guten Willens in die Luft gesprengt. Zuvor waren sechs Tests auf dem Gelände durchgeführt worden.

Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwischen dem nordkoreanischen Regime und der internationalen Staatengemeinschaft entspannt. Nach dem historischen Gipfel in Singapur zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump gibt es eine sehr langsame Annäherung. US-Außenminister Mike Pompeo reiste bereits mehrfach in das ostasiatische Land und forderte verbindlichere Zusagen hinsichtlich einer atomaren Abrüstung. In Singapur und bei einem Gipfel mit Südkorea im April hatte Nordkorea einer Denuklearisierung zugestimmt. Ein genauer Zeitplan und eine konkrete Vorgehensweise stehen bisher aber noch nicht fest.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP

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