Politik

Kritik aus Seoul Nordkorea feuert wieder Raketen ins Meer

12750a845eed0ef51d462dd3d0db240b.jpg

Kim Jong Un bei einer Artillerieübung. Die Verhandlungen mit den USA liegen derzeit auf Eis.

(Foto: via REUTERS)

Drei Monate war Ruhe, doch Anfang März hat Pjöngjang seine Raketentests wieder aufgenommen. Nun flogen wieder Geschosse aus Nordkorea in Richtung Meer. Südkorea kritisiert das Manöver. Vor allem der Zeitpunkt sorgt in Seoul für Empörung.

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat zum dritten Mal in diesem Monat Raketen in Richtung Meer abgefeuert. Zwei Flugkörper, bei denen es sich vermutlich um ballistische Kurzstreckenraketen handle, seien am Samstag nach ihrem kurz aufeinanderfolgenden Start im Westen von Nordkorea über das Land geflogen und dann vor der Ostküste ins Wasser gestürzt, teilte der Generalstab in Südkorea mit. Die höchste Kommandobehörde kritisierte die Tests als "sehr unangemessene Aktion". Sie würden zu einer Zeit durchgeführt, da die gesamte Welt gegen die Coronavirus-Pandemie vorgehe.

Südkoreas Militär rief das wegen seines Atomwaffenprogramms isolierte Nachbarland dazu auf, die Tests sofort einzustellen. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe befördern können. Den Angaben zufolge flogen die Raketen bei einer Flughöhe von bis zu 50 Kilometern etwa 410 Kilometer weit. Weitere technische Details würden zusammen mit den US-Behörden untersucht. Die südkoreanischen Streitkräfte würden die Lage für den Fall weiterer Raketentests genau beobachten.

Vor dem jüngsten Raketentest hatten die nordkoreanischen Staatsmedien berichtet, dass Machthaber Kim Jong Un am Freitag eine Artillerie-Schießübung "an der westlichen Front" angeleitet habe. Es habe sich um einen Wettbewerb zwischen großen Einheiten der Volksarmee gehandelt.

Verhandlungen mit USA liegen auf Eis

Zuletzt hatte die selbst erklärte Atommacht Nordkorea am 9. März Raketen abgefeuert. Bereits eine Woche zuvor hatte das Land seine Tests nach dreimonatiger Pause wieder aufgenommen. Das wegen seines Atomwaffenprogramms isolierte Land hatte die Raketentests Ende November ausgesetzt. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Seit dem gescheiterten zweiten Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA im Februar des vergangenen Jahres in Vietnam kommen die Nuklearverhandlungen zwischen beiden Ländern nicht mehr voran. Das Parlament in Nordkorea kündigte unterdessen für den nächsten Monat seine Frühjahrssitzung an. Die Sitzung der Obersten Volksversammlung in Pjöngjang werde am 10. April abgehalten, berichteten die Staatsmedien am Samstag. Die Volksversammlung wird im Ausland auch als Scheinparlament bezeichnet. Bei den nur ein- oder zweimal jährlich einberufenen Sitzungen werden weitgehend Beschlüsse der herrschenden Arbeiterpartei ratifiziert.

Quelle: ntv.de, ino/dpa