Politik

Mitarbeiter aus Büro abgezogen Nordkorea kappt Verbindung zum Süden

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In der demilitarisierten Zone in Kaesong steht auch das Verbindungsbüro von Nord- und Südkorea.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem gescheiterten Gipfel mit den USA stoßen auch andere Nationen in Gesprächen mit Pjöngjang auf taube Ohren. Die Auswirkungen treffen nun das gemeinsame Büro, in dem nord- und südkoreanische Vertreter zusammen an der Annäherung beider Staaten arbeiten.

Wenige Wochen nach dem Scheitern des zweiten Gipfeltreffens zwischen Nordkorea und den USA hat Pjöngjang nach Angaben aus Seoul seine Mitarbeiter aus einem gemeinsamen Verbindungsbüro mit Südkorea abgezogen. Pjöngjang habe "den Süden informiert, dass sie sich aus dem Verbindungsbüro zurückziehen", sagte der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Chun Hae Sung vor Journalisten.

Die Entscheidung sei "im Einklang mit einer Anweisung von höherer Stelle" getroffen worden, sagte Chun. "Sie sagten, es sei ihnen egal, ob wir im Verbindungsbüro bleiben oder nicht." Südkorea bedaure die Entscheidung des Nordens und werde die eigene Arbeit in dem Verbindungsbüro fortsetzen.

Im Zuge ihrer Annäherung hatten Nord- und Südkorea das gemeinsame Büro im nordkoreanischen Kaesong im September eröffnet. Nach Angaben des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums sollte es den grenzüberschreitenden Austausch verbessern.

USA sanktioniert Nordkorea-Unterstützer

Nord- und Südkorea hatten sich im vergangenen Jahr angenähert. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In hatte zudem großen Einfluss dabei, den Gesprächsprozess zwischen seinem Verbündeten USA und dem atomar bewaffneten und mit schweren Sanktionen belegten Nordkorea in Gang zu bringen. Bei dem Gipfel von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Februar war aber erneut keine Einigung über Schritte zur atomaren Abrüstung Nordkoreas erzielt worden.

Derweil haben die USA Sanktionen gegen zwei chinesische Schifffahrtsunternehmen verhängt, die Nordkorea bei der Umgehung internationaler Strafmaßnahmen geholfen haben sollen. "Wir machen ausdrücklich klar, dass Reedereien, die mit betrügerischen Taktiken den illegalen Handel mit Nordkorea verschleiern, sich selbst einem großen Risiko aussetzen", erklärte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Die Maßnahmen seien allerdings kein Zeichen dafür, dass die USA den Druck auf Nordkorea erhöhten, sagte ein namentlich nicht genannter hochrangiger Regierungsbeamter dem Sender CNN. Nach dem gescheiterten zweiten USA-Nordkorea-Gipfel gab es die Befürchtung, die Spannungen um das nordkoreanische Atomprogramm könnten wieder zunehmen. Vergangene Woche hatte Nordkoreas Führung weitere Verhandlungen über ihr Atomwaffenprogramm infrage gestellt.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa