Politik

Bericht über sexuelle Gewalt Nordkorea nennt Zeuginnen "Abschaum"

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Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist in Nordkorea ein Tabuthema.

(Foto: AP)

Zahlreiche Frauen berichten einer Menschenrechtsorganisation von ihrem Martyrium in Nordkorea. Demnach ist sexuelle Gewalt in ihrem Heimatland weit verbreitet. Pjöngjang reagiert nun mit scharfem Widerspruch auf die Schilderungen - und verunglimpft die Opfer.

Nordkorea hat einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) über weit verbreitete sexuelle Gewalt gegen Frauen in dem Land zurückgewiesen. Der "absurde" Bericht sei "Teil einer politischen Intrige der feindlichen Kräfte", um Nordkorea in ein schlechtes Licht zu rücken, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA den nordkoreanischen Verband für Menschenrechts-Studien.

HRW hatte vor wenigen Tagen einen auf Interviews mit mehr als 50 weiblichen Flüchtlingen basierenden Bericht zu sexueller Gewalt in Nordkorea vorgelegt. Demnach sind Vergewaltigung und Missbrauch durch Sicherheitskräfte und andere Beamte weit verbreitet, die Opfer sind den Tätern schutzlos ausgeliefert.

Der nordkoreanische Menschenrechtsverband bezeichnete die für die Studie zitierten Zeuginnen als "menschlichen Abschaum". Mit dieser "gefährlichen Provokation" sollten Frieden und Wohlstand auf der koreanischen Halbinsel gefährdet werden.

In dem HRW-Bericht hatten weibliche Flüchtlinge berichtet, wie Beamte und Sicherheitskräfte ihre Macht ausnutzten, um beispielsweise inhaftierte oder niedriger gestellte Frauen sexuell zu missbrauchen. Laut HRW ist sexuelle Gewalt im Nordkorea von Machthaber Kim Jong Un mit seiner streng hierarchischen Gesellschaft ein Tabuthema.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP