Politik

Südkorea alarmiert Nordkorea provoziert erneut mit Raketentest

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Das südkoreanische Fernsehen zeigt den jüngsten Raketentest Nordkoreas.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Wieder reizt Nordkorea seinen Nachbarstaat im Süden mit einem Raketentest. Die Spannungen auf der Halbinsel werden damit verschärft. Die USA rufen Nordkorea wiederholt zu Gesprächen auf - die Chancen auf Erfolg sind jedoch gering.

Nordkorea hat nach südkoreanischen Informationen erneut eine ballistische Rakete getestet. Pjöngjang habe ein "nicht identifiziertes" Geschoss von Sinpo aus ins Meer gefeuert, teilte das südkoreanische Militär mit. Experten zufolge könnte es sich um eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete (SLBM) gehandelt haben. Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen mehrfach Raketen getestet und damit international Besorgnis ausgelöst.

Sinpo ist eine große Marinewerft, in der laut Satellitenaufnahmen auch U-Boote liegen. Dass Nordkorea an einer U-Boot-gestützten ballistischen Rakete arbeitet und bereits Unterwasserabschüsse getestet hat, ist bekannt. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Norden eine SLBM abgeschossen hat", sagte Shin Beom-chul vom Koreanischen Forschungsinstitut für Nationale Strategie. Medienberichten zufolge erfolgte der jüngste Raketentest kurz vor einem Treffen der US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines mit ihren südkoreanischen und japanischen Kollegen. Thema der Gespräche in Seoul ist demnach die Lage in Nordkorea.

Der Nordkorea-Sonderbeauftragte der USA, Sung Kim, hatte Pjöngjang erneut zu Gesprächen aufgerufen. Washington hege "keine feindseligen Absichten" gegenüber Nordkorea und hoffe auf ein "Treffen ohne Vorbedingungen", sagte er nach Gesprächen mit seinem südkoreanischen Kollegen in Washington. Die US-Regierung von Präsident Joe Biden hat immer wieder ihre Gesprächsbereitschaft gegenüber Pjöngjang hervorgehoben. Um ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen, sei Washington jederzeit bereit, Vertreter Pjöngjangs überall und ohne Vorbedingungen zu treffen, betonten US-Regierungsvertreter. Nordkorea wiederum zeigte keinerlei Bereitschaft, sein Waffenarsenal aufzugeben.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wies die Gesprächsangebote Ende September zurück und bezeichnete die Erklärungen der USA als "billigen Trick". In den vergangenen Wochen testete Pjöngjang unter anderem einen Langstrecken-Marschflugkörper, eine ballistische Kurzstreckenrakete und nach eigenen Angaben auch eine Hyperschall-Rakete. Sollten die nordkoreanischen Angaben zutreffen, hätte das international isolierte Land eine weitere Etappe bei der Aufrüstung seines Waffenarsenals erreicht. Hyperschall-Raketen sind extrem schnell und flexibel, was ihre Zerstörung durch Raketenabwehrsysteme stark erschwert. Zahlreiche westliche Staaten hatten den mutmaßlichen Hyperschall-Raketentest scharf verurteilt. Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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