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US-Geheimdienst-Informationen Nordkorea reichert offenbar weiter Uran an

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump trafen sich Mitte Juni in Singapur.

(Foto: AP)

Auf dem historischen Gipfel in Singapur kann Trump dem nordkoreanischen Machthaber Kim keine konkreten Abrüstungszusagen abringen. Trotzdem gibt sich der US-Präsident optimistisch. Nun schlagen seine Geheimdienste aber offenbar Alarm.

US-Geheimdienste vermuten, dass Nordkorea trotz der Gespräche über eine nukleare Abrüstung in den vergangenen Monaten heimlich die Urananreicherung zum Atomwaffenbau hochgefahren hat. Das Regime in Pjöngjang habe dazu neben der bekannten Aufbereitungsanlage Nyongbyon mindestens einen weiteren geheimen Atom-Standort, und könnte versuchen, dies zu vertuschen, berichtete der TV-Sender NBC News unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Die Informationen beruhen demzufolge auf einer aktuellen Geheimdiensteinschätzung. Zuvor hatten zudem Experten Satellitenbilder ausgewertet und fortlaufende Arbeiten auf dem Atomgelände Nyongbyon nachgewiesen. Es gebe eindeutige Beweise dafür, dass Nordkorea versuche, die USA zu täuschen, zitierte der Sender NBC nun einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter. Der US-Geheimdienst CIA und das Außenministerium wollten sich nicht dazu äußern. Vom Weißen Haus lag keine Stellungnahme vor.

Die Lageeinschätzung der Geheimdienste widerspreche der Darstellung von Präsident Donald Trump, berichtete der Sender. Trump hatte nach seinem historischen Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni erklärt, von dem abgeschotteten Staat gehe keine nukleare Bedrohung mehr aus. In der vergangenen Woche hatte der US-Präsident erklärt, Nordkorea habe mit der Zerstörung von Raketenanlagen begonnen und bereits die "totale Denuklearisierung" eingeleitet.

Trump und Kim hatten bei ihrem Treffen in Singapur eine Vereinbarung unterzeichnet, derzufolge sich Nordkorea bereiterklärt, an einer kompletten atomaren Abrüstung der koreanischen Halbinsel zu arbeiten. Kritiker in den USA warfen Trump danach vor, Kim zu wenig konkrete Zusagen abgerungen zu haben.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts

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