Politik

Südkorea bleibt "Hauptfeind"Nordkorea streicht Wiedervereinigung aus der Verfassung

06.05.2026, 10:05 Uhr
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Kim Jong Un macht aus seiner Ablehnung gegen das Nachbarland keinen Hehl. (Foto: picture alliance / YONHAPNEWS AGENCY)

Das Ziel eines Vereinten Koreas bestand bisher noch auf dem Papier. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un radiert diese Option nun aus der Verfassung. Experten bewerten die möglichen Auswirkungen unterschiedlich.

Nordkorea hat in einer überarbeiteten Verfassung sämtliche Bezüge zu einer Wiedervereinigung mit Südkorea gestrichen. Dies geht aus einem Dokument hervor, das Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap im Vereinigungsministerium in Seoul einsehen konnte.

Seit der Staatsgründung 1948 hatte es sich die nordkoreanische Regierung zum Ziel erklärt, auf eine politische Vereinigung mit dem Süden hinzuarbeiten. Erstmals rückte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Ende 2023 rhetorisch von diesem Ziel ab, er erklärte Südkorea damals zum "Hauptfeind". Im Januar 2024 ließ die Regierung zudem das symbolische Denkmal für die Wiedervereinigung, ein 30 Meter hohes Monument im Süden der Hauptstadt Pjöngjang, abreißen.

Das nun auch in die Verfassung gemeißelte Abrücken von einer Wiedervereinigung mit Südkorea wird von Experten unterschiedlich interpretiert. Der von Yonhap zitierte Politikwissenschaftler Lee Jung Chul von der Seouler Nationaluniversität meint, die neue Politik könne eine Grundlage für die "friedliche Koexistenz" beider koreanischer Staaten schaffen. Andere Experten sehen hingegen die Gefahr eines potenziell militärischen Konflikts zwischen den zwei Ländern gestiegen.

Seit dem Koreakrieg, der von 1950 bis 1953 andauerte, ist die koreanische Halbinsel geteilt in einen kommunistischen Norden und einen demokratischen Süden. Der Krieg endete zwar mit einem Waffenstillstand, doch bis heute haben beide Staaten keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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