Politik

Parade zum Staatsjubiläum Nordkorea verzichtet auf Säbelrasseln

Mit einer großen Militärparade feiert Nordkorea den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Bei dem Aufmarsch werden dieses Jahr allerdings keine Interkontinentalraketen gezeigt. Machthaber Kim Jong Un verzichtet damit auch auf eine Konfrontation mit der USA.

Angesichts der Bemühungen um eine Entspannung im Atomkonflikt hat Nordkorea bei der traditionellen Militärparade zum Staatsjubiläum diesmal auf große Machtdemonstrationen verzichtet. Zwar zogen auch bei dem Aufmarsch zum 70. Jahrestag der Gründung des kommunistischen Staates in der Hauptstadt Pjöngjang Zehntausende Soldaten und Panzerkolonnen an Machthaber Kim Jong Un vorbei.

Doch verzichtete die Führung anders als in den Vorjahren auf die Präsentation von Interkontinentalraketen und anderes Säbelrasseln wie Raketen- oder gar Atomtests. Die Feiern standen vielmehr unter dem Motto Frieden, einer Stärkung der Wirtschaft und des Strebens nach einer Wiedervereinigung mit Südkorea. Zahlreiche Menschen schwenkten an der mit Ballons und Blumen buntgeschmückten Strecke der Parade Flaggen eines vereinten Koreas. "Alle Koreaner sollten ihre Kräfte bündeln, um die Vereinigung noch in unserer Generation zu erreichen", hieß es in einem Leitartikel der nordkoreanischen Parteizeitung "Rodong Sinmun". "Die Vereinigung ist der einzige Weg, wie die Koreaner überleben können."

Die USA und die Vereinten Nationen haben Sanktionen verhängt, um das abgeschottete und verarmte Land zur Aufgabe seines Raketen- und Atomprogramms zu bewegen. Zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar hatte Kim Entspannungssignale, in dem zuvor mit Kriegsrhetorik aufgeheizten Konflikt, gesendet. Im Juni sagte er bei einem historischen Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Singapur seine Bereitschaft für eine atomare Abrüstung zu.

Für Mitte September ist zudem das bereits dritte Treffen von Kim mit Südkoreas Präsident Moon Jae geplant. Ziel der Gespräche soll auch ein offizielles Ende des Korea-Krieges von 1950 bis 1953 und das Sondieren von Möglichkeiten für eine Wiedervereinigung sein. Bislang herrscht zwischen den beiden koreanischen Staaten lediglich ein Waffenstillstand.

Quelle: n-tv.de, jki/rts

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