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Entschädigung für die UkraineNorwegen beschlagnahmt russisches Kreuzfahrtschiff

03.09.2026, 10:30 Uhr
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Die "Professor Moltschanow" im Hafen von Barentsburg auf der norwegischen Insel Spitzbergen. (Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Russland wird von einem Schiedsgericht zur Zahlung einer Milliardensumme an den ukrainischen Energiekonzern Naftogaz verurteilt. Doch Moskau zahlt nicht. Daher beschlagnahmt Norwegen ein Kreuzfahrtschiff aus dem Putin-Reich, um den Geldtransfer durchzusetzen.

Norwegen hat auf Betreiben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz ein russisches Kreuzfahrtschiff in der Arktis beschlagnahmt. Wie Naftogaz am Mittwoch mitteilte, beschlagnahmten die norwegischen Behörden die "Professor Moltschanow" in der Inselgruppe Spitzbergen auf der Basis eines Gerichtsbeschlusses, der Russland zu Entschädigungszahlungen an Naftogaz verpflichtet. Der Schritt erfolgte demnach auf Anordnung eines norwegischen Gerichts. Die norwegische Zeitung "Aftenposten" zitierte einen Polizeivertreter aus Spitzbergen, der den Vorgang bestätigte.

Mit der Beschlagnahme soll die Entscheidung eines Schiedsgerichts durchgesetzt werden, das Russland zur Zahlung von rund 4,2 Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) an Naftogaz für beschlagnahmte Vermögenswerte auf der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim verpflichtete. Moskau ist dem Schiedsspruch bislang nicht nachgekommen.

Naftogaz-Chef Serhiy Fedorenko nannte die norwegische Maßnahme "einen weiteren wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit" im Zusammenhang mit den Beschlagnahmen auf der Krim, die Russland 2014 annektiert hatte. Kiew werde "weiterhin weltweit gegen russische Vermögenswerte vorgehen, bis die Naftogaz und anderen Unternehmen des Naftogaz-Konzerns zugesprochene Entschädigung vollständig beglichen ist".

Das an Rohstoffen reiche Spitzbergen ist doppelt so groß wie Belgien und liegt auf halbem Weg zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Russland unterhält auf dem Archipel die Bergarbeitersiedlung Barentsburg. Laut der Ortungs-Website "Vesselfinder" lag die "Professor Moltschanow" vor Barentsburg vor Anker.

Die Regierung in Moskau verurteilte die Beschlagnahmung des Kreuzfahrt- und Forschungsschiffs in der Arktis durch Norwegen scharf. Es handele sich um Piraterie, erklärte das Außenministerium. Russlands Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, Alexej Tschekunkow, kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.

Quelle: ntv.de, lme/AFP/rts

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