Politik

Dutzende Tote in Syrien OPCW geht von Giftgaseinsatz in Duma aus

c9993e900fe04dd44bf350523e4a9a01.jpg

Die OPCW geht davon aus, dass im syrischen Duma im April 2018 Giftgas eingesetzt wurde.

(Foto: dpa)

International wurde der Vorfall scharf verurteilt. Die USA, Frankreich und Großbritannien reagierten gar mit Bombardements. Nun stellt die OPCW in einem Bericht fest, dass 2018 im syrischen Duma tatsächlich Giftgas eingesetzt wurde. Moskau sieht das aber anders.

Bei einem international kontrovers diskutierten Giftgasangriff in Syrien ist nach Erkenntnissen der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) tatsächlich Giftgas eingesetzt worden. Es gebe "vernünftige Gründe anzunehmen, dass giftige Chemikalien als Waffe bei dem Angriff am 7. April 2018 eingesetzt wurden", teilte die OPCW in ihrem Abschlussbericht zu dem Zwischenfall in der Stadt Duma mit.

Es habe sich sehr wahrscheinlich um Chlorgas gehandelt, hieß es weiter. Bei dem Angriff in der von Rebellen gehaltenen Stadt waren nach Ansicht des UN-Menschenrechtsrats mehr als 49 Menschen getötet und bis zu 650 verletzt worden.

Über die Attacke mit Chemiewaffen gab es international heftige Kontroversen. Die syrische Opposition und der Westen machten die syrischen Regierungstruppen verantwortlich. Die USA, Frankreich und Großbritannien bombardierten wegen des Zwischenfalls syrische Regierungsstellungen mit Marschflugkörpern.

Wer ist für den Angriff verantwortlich?

Syrien und sein Verbündeter Russland hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen und von einer inszenierten Attacke gesprochen. Die russische Botschaft in den Niederlanden kritisierte nun den OPCW-Bericht: Trotz aller Beweise, die von Russland, Syrien und britischen Journalisten präsentiert worden seien, spreche die OPCW von einem Chlorgas-Einsatz, schrieb die Botschaft auf Twitter.

Allerdings sagt die OPCW in ihrem Bericht nicht, wer für den Angriff verantwortlich war. Eine Untersuchung des Berliner Global Public Policy Institute (GPPi) hatte vor kurzem von mehr 300 Chemiewaffen-Einsätzen in Syrien gesprochen. In 98 Prozent der Fälle soll demnach die Regierung von Präsident Baschar al-Assad dafür verantwortlich gewesen sein.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

Mehr zum Thema