Politik

Fahrzeug fährt auf Mine OSZE-Beobachter in der Ostukraine getötet

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Die OSZE hat in der Ostukraine 700 unbewaffnete Beobachter im Einsatz.

(Foto: dpa)

Sie sollen den Konflikt in der Ostukraine überwachen, nun wird einer von ihnen selbst zum Opfer: Ein Beobachter der OSZE stirbt, als sein Wagen auf eine Mine fährt. Ein weiterer wurde verletzt. Der OSZE-Vorsitzende Kurz fordert Konsequenzen.

Beim Einsatz im Kriegsgebiet Ostukraine ist ein OSZE-Beobachter getötet worden. Ein weiterer Mitarbeiter sei verletzt worden, teilte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz bei Twitter mit. Kurz ist in diesem Jahr der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Das Auto der Beobachter sei bei einem Einsatz im Separatistengebiet Luhansk über eine Landmine gefahren und habe eine Explosion ausgelöst, meldete die Agentur Interfax.

"Der Tod eines Kollegen ist ein Schock für die ganze OSZE", schrieb Kurz. Der konservative Politiker forderte volle Aufklärung. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Bei dem Toten handele es sich um einen Amerikaner, die verletzte Person sei eine Frau aus Deutschland, sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums. Die OSZE-Mission in Kiew teilte mit, sie werde laufend Details in ihren sozialen Netzwerken mitteilen.

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Ortschaft Prischib nordwestlich der Großstadt und Separatistenhochburg Luhansk. Die Aufständischen machten die ukrainische Armee für den Vorfall verantwortlich. Aus Kiew lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Gabriel ist tief bestürzt

Außenminister Sigmar Gabriel zeigte sich tief bestürzt: "Jemand, der nur mithelfen wollte, Frieden und ein Ende der Kämpfe zu schaffen, hat heute sein Leben verloren", erklärte Gabriel in Berlin. Es sei im Interesse aller, allen voran der Konfliktparteien an der Kontaktlinie, dass die OSZE-Beobachter ihrer wichtigen und unentbehrlichen, gleichzeitig schwierigen und gefährlichen Arbeit nachgehen könnten.

Die OSZE beobachtet den Konflikt im Donbass zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten mit fast 600 Mitarbeitern. Seit Anfang April war es nach einer Waffenruhe zum Osterfest etwas ruhiger im Frontbereich geworden. Dennoch gab es fast täglich Berichte über Kämpfe. In den vergangenen Jahren hatte die OSZE vereinzelt über Beschuss ihrer Beobachter im Kriegsgebiet berichtet.

Die Umsetzung eines unter Vermittlung Deutschlands ausgehandelten Friedensplans kommt seit Monaten nicht voran. Teil des Plans ist auch der Abzug schwerer Waffen von der Front, den die OSZE unter anderem überwachen soll. Seit Beginn des Konflikts im April 2014 wurden nach Angaben der Vereinten Nationen rund 10.000 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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