Politik

"Ändert die Welt!" Obama appelliert an die Jugend

Für viele Deutsche ist er noch immer der US-Präsident der Herzen: Nun ist Obama zu Besuch und wendet sich eindringlich an die Jugend. Diese solle sich nicht von ihren Großeltern die Zukunft bestimmen lassen, sondern selbst entscheiden.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat die jungen Menschen aufgerufen, sich in der Welt zu engagieren und sich einzumischen. Die Jugend sei aufgefordert, die Welt zu verändern, und "ihr könnt die Welt verändern", sagte Obama in Berlin bei einer Veranstaltung mit jungen Menschen in der ESMT-Privathochschule.

"Ihr lasst euren Großvater oder eure Großmutter auch nicht entscheiden, welche Kleider ihr tragen oder welche Musik ihr hören wollt", so Obama. "Warum lasst ihr sie dann bestimmen, in welcher Welt ihr leben sollt?" Die Jugend sollte über den politischen Kurs mitentscheiden. Das gelte auch für die Umweltpolitik, Klimaschutz und den weltweiten Populismus. Wie schon bei einem Auftritt am Donnerstag vor rund 14.000 Teilnehmern vermied Obama es, seinen Nachfolger Donald Trump beim Namen zu nennen. Aber diese Aussagen dürften wieder auf diesen bezogen gewesen sein.

In Obamas Amtszeit war 2015 das Pariser Klimaabkommen ausgehandelt worden. Trump leitete als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt der USA aus dem Abkommen ein. Allerdings wurde auch Obamas Klimapolitik während seiner Präsidentschaft von deutscher Seite immer wieder kritisiert. Er hatte das Thema relativ spät für sich entdeckt.

Obama sprach auch das Problem der Migration in Europa und in den USA an und unterstrich, dass es weltweit einer vernünftigen Einwanderungspolitik bedürfe. Zudem gehe es darum, die Lebensverhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern. Wenn man voneinander lerne, könne man die Welt verändern, munterte Obama die jungen Leute auf.

"Wir leben in unsicheren Zeiten"

Die sozialen Medien seien das Netzwerk, das eine weltweite Verständigung ermögliche. Aber diese Medien müssten auch für Desinformationen herhalten und könnten damit auch für Konflikte sorgen. Europa gehe es gut. Es habe einen der höchsten Lebensstandards, gute Bildung und Demokratie. Aber: "Wir leben in unsicheren Zeiten." Mächtige Kräfte wollten diesen Standard zerstören.

Die Grünen-Fraktionschefin in Bayern, Katharina Schulze, fragte Obama, wie er die persönlichen Angriffe gegen sich verarbeite. Er schaue sich keine Sendungen über sich an, so Obama. Das brauche er nicht, denn er sei ja selbst da gewesen und wisse was passiert sei. Der Ex-Präsident, der tags zuvor auch Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen hatte, verabschiedete sich mit den Worten: "Ändert die Welt!"

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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