Politik

Begegnung beim Frühstück Obama trifft Dalai Lama

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Der US-Präsident hält beim "Gebetsfrühstück" eigentlich nur eine rede: Trotzdem wird die Anwesenheit des Dalai Lamas außenpolitische Wellen schlagen (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Dieses "Frühstück" dürfte bald im Zentrum internationaler Spannungen stehen: In Washington steht ein hochrangig besetztes Gesprächsforum an. Auf der Gästeliste steht nicht nur der US-Präsident, sondern auch der Dalai Lama. Wie wird Peking reagieren?

US-Präsident Barack Obama und der Dalai Lama werden am kommenden Donnerstag gemeinsam an einem öffentlichen Großereignis in Washington teilnehmen. Obama werde zum alljährlichen National Prayer Breakfast (deutsch etwa: "Nationales Gebetsfrühstück") eine Rede halten, bestätigte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meehan, entsprechende Presseberichte.

Zu dieser Veranstaltung hätten die Organisatoren in diesem Jahr auch den Dalai Lama eingeladen, erklärte Meehan. Ein gesondertes Treffen zwischen Obama und Dalai Lama sei aber nicht vorgesehen. Dennoch dürfte der Initiative für Ärger in Peking sorgen.

Zwei prominente Gäste

Das "nationale Gebetsfrühstück" ist ein für US-Verhältnisse traditionsreiches Forum für die politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und religiöse Elite aus den USA und der ganzen Welt. An ihm nehmen jedes Jahr rund 3500 Gäste teil, darunter Vertreter aus gut hundert Ländern. Ausgerichtet wird die Veranstaltung seit 1953. Veranstalter ist eine christliche Stiftung. Als Gastgeber treten Abgeordnete des US-Kongresses auf.

Das Treffen gilt als Pflichttermin für jeden US-Präsidenten. Eine Absage Obamas hätte in den USA mit ziemlicher Sicherheit mehr Aufsehen ausgelöst als eine Begegnung der beiden Friedensnobelpreisträger.

Protestnoten aus China

Obama und der Dalai Lama haben sich schon mehrfach getroffen - allerdings nicht in der Öffentlichkeit. Obwohl die jüngste Zusammenkunft vor rund einem Jahr im Kartenraum des Weißen Hauses stattfand und nicht wie sonst bei ausländischen Staatsgästen üblich im Oval Office, reagierte China mit diplomatischem Protest.

Der buddhistische Geistliche, der seit seiner Flucht nach einem gescheiterten Aufstand 1959 mit zahlreichen Landsleuten im Exil in Nordindien lebt, strebt eigenen Angaben zufolge nicht die Unabhängigkeit, sondern größere Autonomie für die Tibeter an. Pekings Verhältnis zum Dalai Lama gilt dennoch als äußerst angespannt.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP