Politik

Vorwürfe über Wahlbetrug Obama weist Trump erneut zurecht

8d6b84685e4c5742902e5f81b22ea82e.jpg

Barack Obama platzt schon wieder der Kragen wegen Trump.

(Foto: REUTERS)

Er wurde gerade erst zum Kandidaten gekürt, aber seitdem hagelt es Kritik für Donald Trump. Bereits zum zweiten Mal wird er nun von US-Präsident Obama gerügt. Diesmal geht es um den Vorwurf des Wahlbetrugs.

US-Präsident Barack Obama hat den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump erneut in scharfer Form zurechtgewiesen. Es sei "lächerlich", dass Trump mit der Warnung vor einem drohenden Wahlbetrug bei der Abstimmung im Herbst auf Stimmenfang gehe, sagte Obama bei einer Pressekonferenz in Washington. Trump bemühe dabei eine "Verschwörungstheorie", um von seinen eigenen Problemen abzulenken. "Ich habe noch nie erlebt, dass jemand von Betrug spricht, bevor überhaupt das Ergebnis da ist", fügte Obama hinzu.

In den vergangenen Tagen hatte Trump wiederholt davor gewarnt, dass ihm bei der Präsidentschaftswahl im November ein Sieg durch Wahlbetrug gestohlen werden könnte. "Am 8. November müssen wir aufpassen, denn die Wahlen werden manipuliert", sagte Trump am Montag im Sender Fox News. "Ich hoffe, die Republikaner sind aufmerksam, sonst wird uns der Sieg weggenommen."

Konkrete Anhaltspunkte für seinen Verdacht hat Trump bislang nicht vorgelegt. Kritiker warfen ihm vor, durch den Betrugsverdacht von eigenen Fehlern ablenken zu wollen, die ihn in den jüngsten Umfragen deutlich an Rückhalt bei den Wählern gekostet haben. Obama hatte bereits vor einigen Tagen scharf mit Trump abgerechnet und ihm die Eignung für das Präsidentenamt rundweg abgesprochen.

Minderheiten benachteiligt

Allerdings hat Trump mit seinen Vorwürfen nicht ganz Unrecht, denn bei US-Wahlen wird immer wieder manipuliert - allerdings eher zum Vorteil Trumps. Der US-Journalist Greg Palast sagt dazu, dass "typischerweise knapp sechs Millionen Stimmen weggeworfen werden". Meist sind das Stimmen von Angehörigen von Minderheiten. Da Trump unter diesen kaum Anhänger hat, fällt die tatsächlich betriebene Manipulation oft zu seinen Gunsten aus.

Palast befürchtet sogar, dass der Immobilienmogul so die Wahl gewinnen könnte, ohne die Mehrheit der abgegebenen Stimmen zu erreichen. "Landesweit wird Hillary Clinton auf jeden Fall die meisten Stimmen bekommen", sagte Palast im Interview mit n-tv.de. "Aber um Präsidentin zu werden, braucht sie die Mehrheit im 'electoral college', dem Gremium der Wahlmänner und -frauen." Palast geht davon aus, dass ihr das nicht gelingen wird, weil in Swing States wie Ohio "sehr hart daran gearbeitet" werde, "Wähler von den Wahlurnen fernzuhalten".

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

Mehr zum Thema