Politik

Özdemir beliebter als HagelGrüne holen CDU kurz vor der Landtagswahl im Südwesten fast ein

26.02.2026, 18:04 Uhr
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Die Spitzenkandidaten von Grünen, CDU und AfD zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Zwei von ihnen haben Chancen auf den Posten des Ministerpräsidenten. (Foto: picture alliance/dpa)

Auf den letzten Metern wird es noch einmal richtig spannend in Baden-Württemberg. Im aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" liegen CDU und Grüne Kopf an Kopf. Die AfD verliert an Boden. Spannend wird, wie viele Fraktionen der neue Landtag haben wird - und wer die Regierung führt.

Gute eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen ab. In einem aktuellen ARD-"Deutschlandtrend" konnten die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir im Vergleich zum Januar sprunghaft um vier Prozentpunkte auf 27 Prozent zulegen. Dagegen gab die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Manuel Hagel einen Punkt auf 28 Prozent ab, womit die Christdemokraten in der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap nur noch knapp in Führung liegen.

In Baden-Württemberg wird am Sonntag kommender Woche der Landtag neu gewählt. Nach der nun veröffentlichten Umfrage gibt die AfD gegenüber der Erhebung vom Januar zwei Prozentpunkte ab und liegt in der politischen Stimmung mit 18 Prozent an dritter Stelle. Die SPD verliert einen Punkt auf sieben Prozent. Die FDP kann einen Punkt zulegen auf sechs Prozent. Die Linke muss nach einem Minus von 1,5 Punkten wieder um ihren erstmaligen Einzug in den Stuttgarter Landtag zittern, sie liegt bei 5,5 Prozent Zustimmung.

Bei der Frage nach der Präferenz hinsichtlich der Spitzenkandidaten liegt der Grüne Özdemir vor dem CDU-Spitzenkandidaten Hagel. 42 Prozent und damit drei Prozentpunkte mehr als im Januar würden Özdemir zum Ministerpräsidenten wählen, falls es eine Direktwahl gäbe. 21 Prozent und damit zwei Punkte mehr als im Januar wollen Hagel als Regierungschef. Hagel ist weiterhin einem großen Teil der Wahlberechtigten unbekannt - die Hälfte kennt ihn nicht oder traut sich keine Bewertung zu.

Die Zeichen im "Ländle" stehen nicht auf Wechsel

Da Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen nach 15 Jahren im Amt sich aus Altersgründen zurückzieht, bekommt Baden-Württemberg auf jeden Fall einen neuen Ministerpräsidenten. Bisher regieren die Grünen mit der CDU als Koalitionspartner. Die derzeitige politische Stimmung spricht für eine Fortsetzung der Koalition der beiden Parteien - die Frage ist aber, ob die Grünen oder die CDU stärkste Kraft werden und den nächsten Ministerpräsidenten stellen.

Der Umfrage zufolge liegen CDU und Grüne bei der Präferenz hinsichtlich der Regierungsführung auch mittlerweile nahezu gleichauf. 36 Prozent und damit vier Prozentpunkte weniger als im Januar wollen eine CDU-geführte Landesregierung, 34 Prozent und damit zwei Prozentpunkte mehr als zuletzt wollen eine von den Grünen geführte Regierung. 19 Prozent wollen eine AfD-geführte Landesregierung.

Infratest dimap befragte von Montag bis Mittwoch insgesamt 1530 Wahlberechtigte. Damit fand ein Teil der Umfrage nach der Fernsehdebatte der Spitzenkandidaten von CDU, Grünen und AfD am Dienstagabend statt.

In Rheinland-Pfalz sind es noch dreieinhalb Wochen bis zur Landtagswahl. Die Situation ist aber vergleichbar. Auch dort liegen zwei Parteien fast gleichauf - CDU und SPD. Erste verliert im ARD-"Deutschlandtrend" gegenüber Januar einen Prozentpunkt und kommt auf 28 Prozent Zustimmung, die SPD legt einen Punkt zu und kommt auf 27 Prozent.

Die AfD legt ebenfalls einen Prozentpunkt zu und landet bei 19 Prozent. Bei der letzten Landtagswahl kam die Partei auf 8,3 Prozent. Die Grünen geben aktuell einen Punkt ab und kommen auf 9 Prozent. Im Landtag dürften sie dennoch sicher vertreten sein. Anders sieht es da bei der Linkspartei aus. Die verzeichnet einen Prozentpunkt weniger Zustimmung und landet derzeit bei fünf Prozent. Auf den gleichen Wert kommen die Freien Wähler. Sie klettern aber um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Januar. Keine Chance auf einen Einzug ins Landesparlament haben FDP und BSW. Beide Parteien werden unter "Sonstige" geführt. Alle darunter gefassten Parteien kommen zusammen auf sieben Prozent.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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