Politik

Abgeordnete rügen Chef Pazderski Offener Konflikt in Berliner AfD entbrannt

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Pazderski will AfD-Fraktionschef bleiben, steht aber gehörig unter Druck.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Berliner AfD-Vorsitzende Pazderski gilt als Gegner der Flügel-Clique um Kalbitz und Höcke. Er will auch im kommenden Jahr seinen Landesverband in die Abgeordnetenhauswahl führen. Doch fast die Hälfte seiner Abgeordneten rebelliert in einem Brief gegen ihn.

In der Berliner AfD-Fraktion begehren 9 von 22 Abgeordneten gegen ihren Vorsitzenden Georg Pazderski und andere Mitglieder der Führungsriege auf. "In der Fraktion herrscht mittlerweile ein Klima des Misstrauens und der Destruktivität, welche jede sachliche Arbeit behindert und unsere Zusammenarbeit nachhaltig beschädigt", heißt es in einem Schreiben der Politiker an ihre Fraktionskollegen.

"Fraktionsbeschlüsse werden von der Mehrheit des Vorstandes immer wieder hintertrieben, ausgesessen oder schlicht ignoriert." Anstatt unterschiedliche Interessenlagen zusammenzuführen und Konflikte zu befrieden, verschärfe die Mehrheit des Fraktionsvorstandes solche Auseinandersetzungen unter Abgeordneten und Mitarbeitern.

Pazderski nennt Vorwürfe "Irrsinn"

Erster Adressat des Schreibens, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das zuvor der "Tagesspiegel" berichtete, ist Pazderski. Der Führungsstil des früheren Berufsoffiziers ist in der Fraktion schon länger umstritten. Die Vorwürfe wies er nach Angaben der Zeitung als "absoluten Irrsinn" zurück. "Ich weiß, dass sich die Fraktion nicht spalten wird", zitierte ihn das Blatt.

2016 war die AfD als fünftstärkste Partei mit 14,2 Prozent erstmals in das Berliner Abgeordnetenhaus eingezogen. Zu Wochenbeginn kündigte Pazderski an, dass er 2021 wie schon 2016 AfD-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl werden will. Pazderski ist ein erklärter Gegner des inzwischen offiziell aufgelösten rechtsnationalen AfD-"Flügels" um Björn Höcke und Andreas Kalbitz. Er verortet die Partei im konservativ-bürgerlichen Spektrum und strebt mittelfristig eine Regierungsbeteiligung an.

Quelle: ntv.de, shu/dpa

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