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Foltervorwürfe gegen die Türkei Özdemir fordert Ermittlungen im Fall Yücel

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Der "Wahlbetrüger Erdogan" müsse spüren, dass sein Handeln und das seiner Gefolgsleute Konsequenzen nach sich ziehe, so Özdemir.

(Foto: dpa)

Vor Gericht sagt Journalist Deniz Yücel aus, während seiner Haft in der Türkei gefoltert worden zu sein. Grünen-Politiker Özdemir verlangt Konsequenzen für "Wahlbetrüger Erdogan" und dessen Gefolgsleute.

Der ehemalige Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Cem Özdemir, hat angesichts der Foltervorwürfe gegen die Türkei Maßnahmen gegen die Verantwortlichen gefordert. "Die Vorwürfe von Deniz Yücel sind schwerwiegend und dürfen kein 'Weiter so' zur Folge haben", sagte Özdemir der "Welt am Sonntag". "Jetzt müssen die Namen der Verantwortlichen ermittelt werden, und es muss sichergestellt werden, dass sie bei einer Einreise nach Deutschland festgenommen werden, damit sie sich hier vor der Justiz verantworten."

Der "Wahlbetrüger Erdogan" müsse spüren, dass sein Handeln und das seiner Gefolgsleute juristische Konsequenzen nach sich ziehen, sagte Özdemir.

Deniz Yücel ist Korrespondent der "Welt". Am Freitag hatte die Zeitung berichtet, Yücel habe vor Gericht erklärt, er sei während seiner einjährigen Haft in der Türkei gefoltert worden. Er gehe davon aus, dass der türkische Präsident Erdogan zumindest die politische Verantwortung dafür trage oder die Misshandlungen sogar angeordnet habe.

Yücel war am 14. Februar 2017 in Istanbul festgenommen worden. Ihm werden wegen seiner Artikel "Volksverhetzung" und "Terrorpropaganda" vorgeworfen. Die Bundesregierung sieht die Vorwürfe als politisch motiviert an. Der Fall belastete das deutsch-türkische Verhältnis schwer.

Ein Jahr nach seiner Inhaftierung wurde Yücel freigelassen und verließ die Türkei. Das Verfahren gegen ihn vor einem türkischen Gericht läuft in Abwesenheit weiter, laut seinem Anwalt drohen ihm bis zu 18 Jahre Haft.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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